Archiv der Kategorie 'Arbeit'

Internationale Nachrichten (Winter 2018)

AnarchoSyndikalismus international, Nr.6, Winter 2018

INHALT

- FRANKREICH: Aufstand der Gelben Westen
- BRASILIEN: Antifaschistischer Wider­stand…
- ARGENTINIEN: Protest gegen G20-Gipfel
- NIEDERLANDE: Anarchistische Buchmesse in Amsterdam
- ÖSTERREICH / SLOWAKEI: Gewerkschaftstreffen…
- SPANIEN: Internationale Solidarität mit der CNT-IAA Madrid
- POLEN: „Schlechester Arbeitgeber 2013“ verliert vor Gericht
- POLEN: ZSP unterstützt Streik bei staatlicher Fluggesellschaft
- BANGLADESCH: Moderne Sklaverei
- AUSTRALIEN: Trauer um Antonio Burgos

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Argentinien: Arbeiter*macht statt Bürokratie-Herrschaft

Was wir von Argentinien lernen können

Auf der ganzen Welt versucht die herrschende Klasse aus Kapitalist*innen, Politiker*innen und staatliche Manager*innen ihre Gewinne zu sichern, indem sie die Arbeiter*klasse für die Wirtschaftskrise zahlen lassen. Einerseits betreiben sie Stellenabbau und zwingen damit die verbleibenden Arbeiter*innen zu noch größeren Leistungen, um die Produktionsziele zu erreichen. Andererseits führen sie einen breit angelegten Angriff auf Löhne, Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen.

Generalstreik in Argentinien, 25.09.2018

Die Staaten helfen den Kapitalist*innen dabei, indem sie u.a. die Zinssätze erhöhen und den Unternehmen gleichzeitig Steuererleichterungen ermöglichen. Auch werden die staatlichen Unternehmen dem Markt angepasst oder privatisiert und die grundlegenden Dienstleistungsangebote ausgelagert (Outsourcing). Die Staaten helfen den Kapitalist*innen darüber hinaus das Arbeitsrecht auszuhöhlen, um es – wie im Falls des Streikrechts – den Arbeiter*innen so schwer wie möglich zu machen, gegen solche Angriffe Widerstand zu leisten.
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Unterbeschäftigung, Teilzeit und die Zukunft der Arbeit

Die Basisgewerkschaft Solidarity Federation (SF-IAA) hat vor kurzem einen Blick geworfen auf die aktuellen Entwicklungen im Vereinigten Königreich und den USA, welche geprägt sind von mangelnden Wochenstunden und unsicheren Arbeitsverträgen:

Als „unterbeschäftigt“ werden Arbeiter*innen bezeichnet, die weniger Stunden bekommen als sie möchten und dringend benötigen. So gibt es beispielsweise in Großbritannien und Nordirland über 1,4 Millionen Arbeiter*innen mit Null-Stunden-Verträgen [„Arbeit auf Abruf“]. Zudem müssen viele der 865.000 Leiharbeiter*innen dort darum kämpfen, genügend Wochenstunden zu bekommen, um davon Leben zu können. Hinzu kommt, dass Unternemen immer mehr Leute in Teilzeit einstellen, oft mit Verträgen von 10 Stunden oder weniger. All diese Arbeiter*innen sind also davon abhängig, dass ihnen das Management zusätzliche Mehrarbeit ermöglicht.
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Spanien: CNT-IAA im Arbeitskampf

Protest gegen Supermarkt Consum

Da ein Arbeiter in Barcelona von der Supermarktkette entlassen wurde, nachdem er an einem Familienbegräbnis teilgenommen und für die Zeit keinen Lohn erhalten hatte. In mehreren Städten führten Anarchosyndikalist*innen Mitte August einen Aktionstag zur Unterstützung dieses monatelangen Konfliktes durch. Mit Kundgebungen, Plakaten, Flugblättern und Graffiti riefen sie zum Boykott des Unternehmens auf und fordern die Wiedereinstellung des Kollegen, sowie die Einhaltung der Arbeitsrechte.
(siehe http://cnt-ait-albacete.blogspot.com)

CNT-IAA Albacete - Consum 2018

Granja de Vez entlässt Gewerkschafterin

Die Firma „Granja de Ves“ in Albacete, die zum Landwirtschaftskonzern „Grupo Sanchiz“ aus Valencia gehört, betreibt großindustrielle Schweinemast, sowie Biogas- und Sonnenenergie-Anlagen. Dabei werden nicht nur die Tiere ausgebeutet, sondern auch die dortigen Arbeiter*innen, denen grundlegende Rechte vorenthalten werden. Das Unternehmen hat zudem versucht eine gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern, indem es sofort die Delegierte einer neugeründeten Betriebssektion zur Strafe entlassen hat.

Die Gewerkschafter*in hatte sich nicht nur gegen sexuelle Diskriminierung gewehrt, sondern auch konkrete Forderungen bezüglich Urlaubsregelungen, Gesundheits- und Hygienemaßnahmen, sowie des Arbeitsschutzes aufgelistet. Die Basisgewerkschaft CNT-IAA setzt sich daher für eine Rücknahme der Kündigung und die Wiedereinstellung der betroffenen Kollegin ein. Für den 25.08. hatte sie daher eine Protestkundgebung vor der Firma, sowie eine Demonstration in der Stadt Albacete organisiert.
(http://cnt-ait-albacete.blogspot.com/2018/07/represion-sindical-y-explotacion.html)

CNT-IAA Albacete - Granja de Vez 2018

Erfolg in Tarragona

Die Basisgewerkschaft CNT-IAA hat im Fall der Firma Garibaldi einen Arbeitskampf gewonnen. Das Unternehmen bietet Reinigungsdiesnte im Krankenhaus Juan XXII in der Stadt Tarragona an. Nachdem der Anbieter wechselte und Garibaldi eingesetzt wurde, wurden während Feiertagen keine Überstundenzuschläge mehr bezahlt, wie es nach dem vorherigen Tarifabkommen üblich war. Die Gewerkschaft führt eine Informationskampagne und Protestkundgebungen vor dem Hotel durch, um die Arbeiter*innen zu ermutigen, sich zu organisieren und für ihre Rechte zu kämpfen. (siehe https://www.facebook.com/iwa.ait/)

ASN Köln

(CC: BY-NC)

Britannien: Proud Cabaret in Brighton muss zahlen

Der Nachtclub „Proud Cabaret“ hat eine*r Arbeiter*in rückwirkend über 1.600 Euro vorenthaltenen Lohn ausgezahlt, direkt nachdem ein Forderungsschreiben der Basisgewerkschaft Solidarity Federation (SF-IAA) aus Brighton überreicht worden war.

SF-IAA Brighton - Proud Cabaret
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Erste anarchosyndikalistische Konferenz in Bangladesch

Vor einigen Monaten wurde die erste freiheitilche Gewerkschaftsorgansiation in dem asiatischen Land gegründet, die „Anarcho-Syndikalistische Föderation Bangladesch“ (BASF).

Die Genoss*innen planen den Aufbau einer landesweiten Organisation mit Gewerkschaften in unterschiedlichen Branchen. Bisher liegt ihr Zentrum in der Region Sylhet, wo einige ihrer Aktivist*innen seit vielen Jahren die Tee-Arbeiter*innen organisieren. Das bedeutet, dass dies (jedenfalls zur Zeit) eine der wenigen anarchosyndikalistischen Organisationen ist, deren mögliche Basis aus Landarbeiter*innen besteht, anstatt aus Beschäftigten in anderen Produktions- oder Dienstleistungsindustrien. Jedoch möchte sich die Föderation nicht derart beschränken, sondern versucht auch Leute in anderen Bereichen zu organisieren.

BASF-Konferenz 2018

Die BASF hat nun Anfang Juli 2018 eine Konferenz durchgeführt, zu der die IAA-Generalsekretärin aus Polen als Rednerin eingeladen war. Etwa 60 Leute nahmen daran Teil, die meisten davon waren Frauen, die in den Teefeldern arbeiten. Aber es kamen auch andere Leute, darunter Arbeiter*innen aus der Textilindustrie, aus Lagerhäusern, der Fahrzeugproduktion oder der Lebensmittelverarbeitung.
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Bangladesh: Solidarität mit dem Kampf der Textilarbeiter*innen

Das kapitalistische System beutet die Arbeitskarft aus, um Gewinn zu machen, und eines der Zentren der globalen Ausbeutung ist Bangladesh. In diesem Land, das nach China der zweitgrößte Exporteur der Bekleidungsindustrie ist, werden Textilien für viele der weltweiten Kleidermarken hergestellt. Die Arbeiter*innen leiden unter schlechten Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen und sind gezwungen zu niedrigsten Löhnen zu arbeiten.
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Solidarity Federation: Rückblick auf 5 Monate Aktionen in Brighton

Eine Zusammenfassung der Aktivitäten seit Jahresanfang 2018, welche die aktuellen Fälle bis Mai 2018 darstellt:

Nachdem die Basisgewerkschaft Solidarity Federation (SF-IAA) Brighton 2017 viel beschäftigt war, was zu einigen Erfolgen geführt hatte, sieht es so aus als ob sie 2018 noch umtriebiger wird. In den ersten fünf Monaten des Jahres haben sie in der südenglischen Stadt viele Fälle bearbeitet, sowohl mit ihrer Mieter*innen-Gewerkschaft, wie auch bei Arbeitskonflikten.

Brighton SolFed-IWA (G4Lets campaign)

Wenn man sich einer so großen Aufgabe stellt, wie sie es getan haben, dann entsteht immer der Eindruck, man hätte noch viel mehr tun können. Dabei werden die geführten Kämpfe allzu schnell wieder vergessen. Aus diesem Grund hält es die SF-IAA Brighton für wichtig, ihre Aktionen aufzulisten und auf einige der bisherigen Ergebnisse hinzuweisen. Zumindest lässt sich damit verdeutlichen, dass der Widerstand gegen abkassierende Vermieter*innen und ausbeutende Chefs auch gewonnen werden kann, wenn er gemeinsam geführt wird.
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Anarchosyndikalismus in Bangladesch

Seit Kurzem gibt es eine Webseite der Bangladesh Anarcho-Syndicalist Federation (BASF), die nach eigenen Angaben aktuell Niederlassungen in 52 Städten und Dörfern der asiatischen Republik hat. Gegründet wurde die Basisgewerkschaft von Tee-Arbeiter*innen, die sich vom autoritären Marxismus-Leninismus sowjetischer und maoistischer Prägung abgewendet hatten, um ab 2012 libertäre Ideen und Organisationsformen zu studieren.

BASF Logo

Da es aber bisher keine anarchosyndikalistische Literatur in der Landessprache Bengalisch gab, haben sie im Internet zahlreiche fremdsprachige Texte zusammengetragen und die freiheitlich-sozialistischen Ideen von Michael Bakunin, Alexander Berkman, Noam Chomsky, William Godwin, Emma Goldman, Peter Kropotkin, Errico Malatesta, Pierre-Joseph Proudhon, Max Stirner und Élisée Reclus gelesen.

Um den endgültigen Bruch mit den marxistischen Ideeen eines autoritären Staatskapitalismus zu vollziehen, haben sie am Ersten Mai 2014 einen organsatorischen Neuanfang gewagt und aus dem Rat der Tee-Arbeiter*innen heraus entstand ein Aktionskomitee aus 23 Anarchosyndikalist*innen. Inzwischen haben sie nach den Grundsätzen von Selbstverwaltung, Gegenseitiger Hilfe und Direkten Aktionen eine landesweite Föderation aufgebaut. Mit Unterstützung der australischen Anarcho-Syndicalist Federation (ASF-IAA) wollen sie sich nun der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) anschließen.
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Polen: ZSP kämpft weiter

Neue Siege und Herausforderungen in 2018

Anlässlich des Jahreskongresses der polnischen Basisgewerkschaft ZSP-IAA hat diese einen Rückblick auf die Siege und Herausforderungen der ersten Jahreshälfte zusammengestellt:

Der Kongress, welcher normalerweise etwas früher im Jahr stattfindet, war aufgrund verschiedener Ursachen verschoben worden, unter anderem aufgrund des Repressionsdrucks gegen die Gewerkschaftsaktivitäten. Die ZSP führt weiterhin eine Kampagne zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Supermärkten, vor allem in der Auseinandersetzung mit PoloMarket. Dabei haben erneut Arbeiter*innen mit „Beeinträchtigungen“ eine große Rolle in der Arbeitsplatzkampagne der Organisation gespielt. Sie kämpfen für ihre vom Gesetz zugestandenen Rechte, die ihnen von vielen Arbeitgeber*innen verweigert werden, welche nur Fördermittel abkassieren wollen und dabei glauben, dass die Kolleg*innen nicht für ihre Rechte kämpfen würden.

ZSP gegen PoloMarket
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IAA: Aufruf zum 1. Mai 2018

Internationaler Kampf gegen Kapitalismus, Nationalismus und Staat!

Anlässich des internationalen Feiertags der Arbeiter*innen sendet die IAA Grüße an alle Arbeiter*innen in der ganzen Welt. An diesem Ersten Mai gehen wir in verschiedenen Städten auf die Straße und erinnern an unseren internationalen Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung und für eine Selbstverwaltung der Arbeiter*innen. Wir kämpfen ebenso gegen den Staat und seine Einrichtungen, welche die kapitalistische Ordnung verteidigen und den Widerstand unterdrücken.

Die Lage der Arbeiter*klasse ist rund um den Globus und in verschiedenen Situationen sehr unterschiedlich. Trotzdem können wir Entwicklungen beobachten, die jenseits nationaler Grenzen voranschreiten. Dies ist einerseits die fremdenfeindliche Gesinnung, welche benutzt wird, um arbeitende Menschen gegeneinandner aufzuhetzen und über die wirkliche Natur ihrer Ausbeutung Verwirrung zu stiften.

Erster Mai: Internationale Solidarität und Kampf (IAA)

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Putzen ist so gesundheitsschädlich wie Rauchen

Eine neue Studie weist erneut auf die Gesundheitsrisiken durch den Einsatz von chemischen Reinigungsmitteln hin. Höchst bedenklich ist dabei, dass die häufige Verwendung von Putzmitteln ebenso gefährliche Auswirkungen auf die Lunge hat, wie das Rauchen einer Packung Zigaretten pro Tag. Diese Tatsache zeigt, wie nötig es ist, dass wir als Gesellschaft darüber diskutieren sollten, wie überhaupt gereinigt wird – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch zuhause. Das Forschungsergebnis hebt zudem die Gefahren hervor, denen besonders Frauen* bei der Verwendung chemischer Putzmittel [vor allem Sprays] ausgesetzt sind.

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Internationale Nachrichten – Febr.-März 2018

WELTWEIT

Frauen*kampftag 8.März

In zahlreichen Ländern haben sich auch Anarchosyndikalist*innen an den Aktion zum Internationalen Frauen*-Tag beteiligt. Zum Beispiel erinnerte die Workers Solidarity Alliance (WSA) aus New York an die Ursprünge des Kampftages im Jahr 1908, als tausende Textil-Arbeiterinnen* aus Sweatshops in Streik traten. Auf einer Demonstration durch die Lower East Side forderten sie gleiche Rechte, sowohl als Frauen*, wie auch als Arbeiterinnen*. (http://ideasandaction.info) Diese rebellische Tradition gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung wurde später von unzähligen Revolutionärinnen* zum Beispiel in Russland (1917-‘21) und Spanien (1936-‘39) fortgesetzt.

Frau mit schwarz-roter Fahne

Nicht zu vergessen die Proteste von „weiblichen“ Personen für bürgerliche Rechte, sowie gegen Krieg und Militarismus. Auch die Anerkennung von häuslicher Reproduktionsarbeit, sexueller Unabhängigkeit und geschlechtlicher Vielfalt bleibt umkämpft. Seit vielen Jahrzehnten kämpfen Frauen* auf allen Kontinenten gegen den globalen Raubbau-Kapitalismus und die patriarchale Herrschaft von Religion und Staat. Nicht nur in der Textil- und Nahrungsmittelindustrie, sondern auch beim Widerstand gegen die Zerstörung kleinbäuerlichen Subsistenz-Anbaus durch Monopole und Landraub sind Frauen* prägend aktiv.

Daher haben sich auch dieses Jahr zahlreiche freiheitliche Basisgewerkschaf­ten an den Aufrufen zum Internationalen Frauen*kampftag beteiligt. Gegen die gesellschaftliche und wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen, Lesben, Trans- und Interpersonen (FLTI) wurde teilweise sogar zu einem Streiktag aufgerufen.
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IAA: Solidarität mit polnischen Postler*innen

Die Basisgewerkschaft ZSP-lAA ruft zu einer Prostestwoche vom 26.02.-04.03. gegen die Unterdrückung der Arbeiter*innen bei der polnischen Post (Poczta Polska) auf. Seit fast zwei Jahren protestieren im ganzen Land die Arbeiter*innen der staatlichen Behörde für bessere Arbeitsbedingungen.

Die ZSP hat dies aktiv unterstützt und versucht ein landesweites Netzwerk zu koordinieren. Gemeinsam mit hunderten anderen Arbeiter*innen haben sie gemeinsam Aktionen durchgeführt und Arbeiter*innen in die Gewerkschaft aufgenommen. Alle Arbeiter*innen haben eines gemeinsam: Sie haben die Schnauze voll von den miserabelen Arbeitsbedingungen und sind unzufrieden mit der Rolle der stellvertretenden Gewerkschaften, welche die entsprechenden Abkommen mit ihren Arbeitgeber*innen abgeschlossen haben.

Poeln: Post-Protestkundebung 2017
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Internationale Nachrichten – Januar 2018

Slowakei: Lohnraub bei „Space Mania“

Die Basisgewerkschaft Priama akcia (PA-IAA) unterstützt einen Arbeitskampf wegen vorenthaltenen Lohnes von über 200 Euro in einem Familien-Spielcafe in Senec, nahe der Hauptstadt Bratislawa. Der Chef weigert sich seit Oktober 2017 trotz mehrmaliger schriflicher Aufforderungen das Geld zu zahlen, welches er seiner ehemaligen Mitarbeiter*in Mia schuldet.
Doch trotz der Drohungen bzw. falschen Anschuldigungen des Chefs und angesichts der herbeigeholten Polizei und Rechtsanwält*innen, hat sie mit einer Freundin mehrmals vor dem Eingang für ihr Recht demonstriert und nun auch gemeinsam mit der Priama Akcia eine Kundgebung organisiert.

PA-IAA: SpaceMania 2018

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Spanien: Studientag in Albacete

Die Studierenden-Sektion der CNT-IAA Albacete organisiert am 03.02.2018 einen anarchosyndikalistischen Studientag unter dem Motto „Wozu brauchen wir Stellvertreter*innen, wenn wir Versammlungen haben?“. Damit wollen die notwendige Kritik am Parlamentarismus in der Student*innen-Bewegung verbreiten. Außerdem möchten sie den Diskurs über die Verteidigung der Vollversammlungen weiter vertiefen, aber vor allem aber verweisen sie auf das Scheitern der Führerschaft und auf die mangelnde Beteiligung der Studierenden an ihren eigenen Kämpfen hin.
Die Basisgewerkschaft hofft dabei, ein Klima der Reflexion und des gegenseitigen Lernens unter allen Menschen schaffen können. Sie setzt sich weiterhin für Selbststudium, Diskussion und Engagement ein.

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Spanien: Ein Arbeitsunfall und seine Folgen

Guillermo Arias ist einer von Tausenden Arbeiter*innen, die jedes Jahr einen Betriebsunfall erleiden. Der Arbeiter aus Huesca leidet seit Jahrzehnten an den Folgen eines schweren Sturzes auf den Kopf, welcher von der Malerfirma Lapanto vertuscht werden sollte. Er wurde nach dem Sturz im Jahr 1992 bewusstlos aus der Werksanlage gebracht, um vorzutäuschen, dass sich der Unfall woanders ereignet hätte. Infolge der Quetschungen, Brüche und eines Schädel-Hirn-Traumas musste er fast zwei Jahre lang im Krankenhaus behandelt werden.

Da der Unfallbericht vom Unternehmen gefälscht wurde und schon in der Notaufnahme versucht wurde den Vorfall herunterzuspielen, muss er bis heute nicht nur gegen die ständigen Schmerzen, sondern auch für die Offenlegung der Krankenunterlagen, sowie eine angemessene Entschädigung kämpfen. Das Unternehmen versuchte sogar das Unfallopfer wegen seines Widerstandes auf 15.000 Euro Strafe und 2 Jahre Gefängnis zu verklagen.
Erst im Oktober 2017 bekam Guillermo die medizinischen Untersuchungsergebnisse und kann nun eine entsprechende Therapie einleiten. Daher hat er nun mittels einer Petition auf change.org seinen Fall vorgestellt, um über diesen Skandal zu informieren und die Wiedereröffnung der Untersuchung durch die Arbeitsaufsicht einzufordern, was mittlerweile wohl geschehen ist. Dabei wird er unter anderem von der CNT-IAA Granada unterstützt.

Guilliermo Arias (2014)

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Brasilien: Aufruf zum Wahlboykott

Das Allgemeine Syndikat der COB-IAA in Araxá veranstaltet am 21.01. einen Vortrag mit Diskussion über Nichtwählen und anarchistischen Wahlboykott. Als Anarchosyndikalist*innen setzen sie sich statt Stellvertretung in Betrieb oder Parlament für direkte Aktionen ein. Angesichts zunehmender Ausbeutung und Repression, sowie der faschistischen Gefahr, kämpfen sie selbstbestimmt für die Würde und die Rechte der Arbeiter*innen, gegen Armut und Erwerbslosigkeit.

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Australien: Besuch aus Indonesien

Alvin Noza von der Basisgewerkschaft „Persaudaraan Pekerja Anarko Syndikalis“ (PPAS) aus Jakarta wird am 28.01. zu Besuch in Melbourne sein. Auf Einladung der lokalen ASF-IAA soll über Anarchosyndikalismus in Indonesien informiert werden. Ein Schwerpunkt der Präsentation wird der Arbeitskampf der Uber-Fahrer*innen von der Gewerkschaft KUMAN sein. Aber auch über andere Arbeitskämpfe, z.B. in der Fast-Food-Gastronomie, sowie von den Arbeiter*innen im Internationalen Container-Terminal der Hauptstadt Jakarta, soll berichtet werden.

Arbeitskampf bei Uber Jakarta 2017

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Belgien: Streik bei Deliveroo

In Brüssel und Liège haben am 13.01. über 130 Fahrer*innen der Internet-Plattform „Deliveroo“ gestreikt. Ende Oktober 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft „SMart“ zu beenden, die den überwiegend studentischen Fahrer*innen momentan Vertragsbedingungen als sozialversicherte Arbeitnehmer*innen, sowie anteilige Reparaturkosten bietet. Ende Januar 2018 sollen sie nun alle als Scheinselbständige weiterarbeiten und dann nicht mehr nach Arbeitszeit (mind. 3h), sondern nach Auslieferung bezahlt werden, was ein geringeres Einkommen für bedeuten würde.

Die Essenskurier*innen trafen sich an zentralen Plätzen, meldeten sich mit ihren Handys bei der Firmen-App ab und fuhren mit ihren Fahrrädern durch die Innenstädte, um Restaurants aufzusuchen, die mit der Online-Vermittlung zusammenarbeiten. Bei spontanen Kundgebungen riefen sie die Gastronom*innen zur Solidarität mit ihrem Arbeitskampf und zu einem zweiwöchigen Boykott des Bestellservice auf. Auch drohten sie damit, im Fall von Streikbruch, das Essen abzuholen und gemeinsam an Obdachlose zu verteilen. Das unabhängige „Kurier-Kollektiv“ (Collectif des coursier-e-s) hat den Protest organisiert und wurde dabei von verschiedenen Gewerkschafter*innen unterstützt. Auch aus Flandern, Mechelen, Antwerpen und Gent wird von Mobilisierungen der Deliveroo-Fahrer*innen berichtet.

#BoycottDeliveroo

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Tunesien: Landesweite Sozialproteste

Bei den Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten haben sich in der Hauptstadt Tunis auch Anarchist*innen an den Kundgebungen beteiligt, berichtet ein Aktivist. Auch soll es dort bisher rund 400 politische Gefangene nach den zahlreichen Protesten, Plünderungen und Straßenkämpfen mit der Polizei geben. Sieben Jahre nach der Revolution von 2011 in dem nordafrikanischen Land ist die wirtschaftliche und soziale Lage angesichts einer erhöhten Mehrwertsteuer und der Inflationsrate von mehr als 6% zunehmend prekär geworden.

Foto: MalekKhemiri (12.01.2018)

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New York: Proteste für kämpfende Arbeiter*innen und gegen Trump

Zur Unterstützung der rund 1.700 seit März 2017 für Rente und Krankenversorgung streikenden Arbeiter*innen beim Kabelbetreiber „Spectrum“ (Time Warner Cable) fand am 15.01. eine Kundgebung verschiedener Organisationen statt, darunter auch die lokale Workers‘ Solidarity Alliance (WSA). Der antikapitalistische Protest fand im Rahmen der Aktionstage anlässlich des ersten Jahrestags der Amtseinführung des US-Präsidenten statt, die am 20.01. mit Abschlussdemonstrationen enden sollen.

Dabei geht es nicht nur um die rechtspopulistische Herrschaft des Präsidenten und die zunehmende Repression, sondern auch um Solidarität mit kämpfenden Arbeiter*innen und verfolgten Gewerkschafter*innen, sowie mit allen Gefangenen. Vor allem gilt es, die 200 Angeklagten zu unterstützen, die noch wegen der Proteste im Januar letzten Jahres von der Staatsgewalt verfolgt werden (#DropJ20). Und zuvor ist am 18.01. auch eine anarchistische Kundgebung gegen sexualisierte Polizeigewalt geplant, da zwei Beamte der NYPD wegen einer Vergewaltigung vor Gericht stehen.

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CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)