Archiv der Kategorie 'Internationales / IAA'

Anarchosyndikalismus in Bangladesch

Seit Kurzem gibt es eine Webseite der Bangladesh Anarcho-Syndicalist Federation (BASF), die nach eigenen Angaben aktuell Niederlassungen in 52 Städten und Dörfern der asiatischen Republik hat. Gegründet wurde die Basisgewerkschaft von Tee-Arbeiter*innen, die sich vom autoritären Marxismus-Leninismus sowjetischer und maoistischer Prägung abgewendet hatten, um ab 2012 libertäre Ideen und Organisationsformen zu studieren.

BASF Logo

Da es aber bisher keine anarchosyndikalistische Literatur in der Landessprache Bengalisch gab, haben sie im Internet zahlreiche fremdsprachige Texte zusammengetragen und die freiheitlich-sozialistischen Ideen von Michael Bakunin, Alexander Berkman, Noam Chomsky, William Godwin, Emma Goldman, Peter Kropotkin, Errico Malatesta, Pierre-Joseph Proudhon, Max Stirner und Élisée Reclus gelesen.

Um den endgültigen Bruch mit den marxistischen Ideeen eines autoritären Staatskapitalismus zu vollenden, haben sie am Ersten Mai 2014 einen organsatorischen Neuanfang vollzogen und aus dem Rat der Tee-Arbeiter*innen heraus entstand ein Aktionskomitee aus 23 Anarchosyndikalist*innen. Inzwischen haben sie nach den Grundsätzen von Selbstverwaltung, Gegenseitiger Hilfe und Direkten Aktionen eine landesweite Föderation aufgebaut haben. Mit Unterstützung der australischen Anarcho-Syndicalist Federation (ASF-IAA) wollen sie sich nun der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) anschließen.
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Polen: ZSP kämpft weiter

Neue Siege und Herausforderungen in 2018

Anlässlich des Jahreskongresses der polnischen Basisgewerkschaft ZSP-IAA hat diese einen Rückblick auf die Siege und Herausforderungen der ersten Hälfte von 2018 zusammengestellt:

Der Kongress, welcher normalerweise etwas früher im Jahr stattfindet, war aufgrund verschiedener Ursachen verschoben worden, unter anderem aufgrund des Repressionsdrucks gegen ihre Gewerkschaftsaktivitäten. Die ZSP führt weiterhin eine Kampagne zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Supermärkten, vor allem in der Auseinandersetzung mit PoloMarket. Dabei haben erneut Arbeiter*innen mit Beeinträchtigungen eine große Rolle in der Arbeitsplatzkampagne der Organisation gespielt. Sie kämpfen für ihre vom Gesetz zugestandenen Rechte, die ihnen von vielen Arbeitgeber*innen verweigert werden, welche nur Fördermittel abkassieren wollen und dabei glauben, dass diese nicht für ihre Rechte kämpfen würden.

ZSP gegen PoloMarket
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IAA: Erklärung der Generalsekretärin zu den Klagen der CNT-Abspaltung

Am 30. April besuchte die IAA-Sekretärin die Rechtsberatung der CNT-IAA anlässlich der Gerichtsverfahren, welche gegen einige ihrer Mitgliedsgewerkschaften eingeleitet wurden. Später nahm die Sekretärin gemeinsam mit Vertreter*innen des Sekretariats der IAA-Sektion in Spanien an einer Pressekonferenz teil. Diese hatte zum Ziel, öffentlich klar Stellung zu beziehen und Fakten in Bezug auf das Verfahren zu präsentieren.

Hintergrund

Die CNT-IAA ist die Sektion der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation in Spanien und die IAA hat diese als die Fortführung der CNT-IAA anerkannt. Gleichzeitig gibt es eine Organisation, die sich CNT nennt, welche sich von der IAA und damit von der CNT-IAA abgespalten hat. Er gibt darüber hinaus mindestens ein Dutzend andere Organisationen, welche sich CNT nennen und weder der CNT, noch der CNT-IAA angeschlossen sind. Dies sind meist Organisationen, welche aus der CNT-Konföderation, welche heute ihren Sitz in Bilbao hat, ausgetreten sind oder ausgeschlossen wurden – ob statutengemäß oder nicht. Diese wird im Folgenden als CNT-R (renovierte oder reformierte CNT) bezeichnet.
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Weitere Angriffe der CNT mit Unterstützung des Staates

Anfang März 2018 sollte eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen Syndikate der CNT-IAA stattfinden, welche von der CNT (mit Sitz in Bilbao) gemeinsam mit dem spanischen Staat eingeleitet worden waren. Die Verhandlungen wurden aber schließlich vertagt und wahrscheinlich zusammengelegt. Seit dem letzten Artikel zum Thema wurden vermehrt Anklagen eingereicht, wobei nun auch Verfahren gegen drei Personen aus Cadiz und gegen ein anarchistisches Zentrum eingeleitet wurden.

Bei den Rechtsanwält*innen der CNT handelt es sich um eine Gruppe Profis, die wegen ihrer Rolle in der Entwicklung der Organisation hin zur Gesetzestreue umstritten sind. Sie behaupten nun, daß die kritischen Anmerkungen und die Verwendung des Namens „CNT-AIT“ (worauf die CNT-IAA jedes moralische Anrecht hat) dem Ansehen der CNT Schaden zugefügt hätten. Obwohl mir noch keine weiteren Details bekannt sind, läßt sich sagen, dass die CNT und ihre Helfershelfer in dem Verfahren gegen das Ateneo Anarquista und die Einzelpersonen mehr als 300.000 Euro Schadensersatz fordern – und dieser Betrag könnte noch erhöht werden.
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Das moralische Problem der spanischen CNT und die anarchistische Ethik

Am 20. Februar 2018 wurde das erste von drei Gerichtsverfahren [auf Betreiben der CNT] zur Verhandlung gebracht. Solch ein Fall zeigt uns, wie schwach die ethischen Aspekte des Anarchismus in bestimmten Gegenden geworden sind. Und es zeigt auf, dass die Bewegung auf der Grundlage von Idealen neu belebt werden muss.

Die CNT in Spanien ist das Thema vieler Geschichtsbücher. Während dies einerseits höchst verdient ist und wir viel aus der Geschichte lernen können, gibt es andererseits Bestrebungen die historische Bewegung nur als Beispiel zu erhalten, ohne sich viel Gedanken über ihre Organisationsgeschichte der letzten 80 Jahre zu machen. Und es ist genau diese Geschichte, aus der viele ethische und organisatorische Fragen übernommen werden können, die für Anarchist*innen von Bedeutung sind – vor allem für jene, die eine anarchosyndikalistische Organisation anstreben.
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IAA: Aufruf zum 1. Mai 2018

Internationaler Kampf gegen Kapitalismus, Nationalismus und Staat!

Anlässich des internationalen Feiertags der Arbeiter*innen sendet die IAA Grüße an alle Arbeiter*innen in der ganzen Welt. An diesem Ersten Mai gehen wir in verschiedenen Städten auf die Straße und erinnern an unseren internationalen Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung und für eine Selbstverwaltung der Arbeiter*innen. Wir kämpfen ebenso gegen den Staat und seine Einrichtungen, welche die kapitalistische Ordnung verteidigen und den Widerstand unterdrücken.

Die Lage der Arbeiter*klasse ist rund um den Globus und in verschiedenen Situationen sehr unterschiedlich. Trotzdem können wir Entwicklungen beobachten, die jenseits nationaler Grenzen voranschreiten. Dies ist einerseits die fremdenfeindliche Gesinnung, welche benutzt wird, um arbeitende Menschen gegeneinandner aufzuhetzen und über die wirkliche Natur ihrer Ausbeutung Verwirrung zu stiften.

Erster Mai: Internationale Solidarität und Kampf (IAA)

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Gemeinsame Erklärung von CNT-IAA und IAA

Am Vorabend des Ersten Mai fand in Granada eine gemeinsame Pressekonferenz mit der Sekretärin der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) und den Sekretär*innen der spanischen CNT-IAA statt.

'Für die Selbstorganisation der Arbeiter*klasse: Selbstbestimmung, Solidarität und Kampf' (Foto: iwa-ait)
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Internationale Nachrichten – Febr.-März 2018

WELTWEIT

Frauen*kampftag 8.März

In zahlreichen Ländern haben sich auch Anarchosyndikalist*innen an den Aktion zum Internationalen Frauen*-Tag beteiligt. Zum Beispiel erinnerte die Workers Solidarity Alliance (WSA) aus New York an die Ursprünge des Kampftages im Jahr 1908, als tausende Textil-Arbeiterinnen* aus Sweatshops in Streik traten. Auf einer Demonstration durch die Lower East Side forderten sie gleiche Rechte, sowohl als Frauen*, wie auch als Arbeiterinnen*. (http://ideasandaction.info) Diese rebellische Tradition gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung wurde später von unzähligen Revolutionärinnen* zum Beispiel in Russland (1917-‘21) und Spanien (1936-‘39) fortgesetzt.

Frau mit schwarz-roter Fahne

Nicht zu vergessen die Proteste von „weiblichen“ Personen für bürgerliche Rechte, sowie gegen Krieg und Militarismus. Auch die Anerkennung von häuslicher Reproduktionsarbeit, sexueller Unabhängigkeit und geschlechtlicher Vielfalt bleibt umkämpft. Seit vielen Jahrzehnten kämpfen Frauen* auf allen Kontinenten gegen den globalen Raubbau-Kapitalismus und die patriarchale Herrschaft von Religion und Staat. Nicht nur in der Textil- und Nahrungsmittelindustrie, sondern auch beim Widerstand gegen die Zerstörung kleinbäuerlichen Subsistenz-Anbaus durch Monopole und Landraub sind Frauen* prägend aktiv.

Daher haben sich auch dieses Jahr zahlreiche freiheitliche Basisgewerkschaf­ten an den Aufrufen zum Internationalen Frauen*kampftag beteiligt. Gegen die gesellschaftliche und wirtschaftliche Diskriminierung von Frauen, Lesben, Trans- und Interpersonen (FLTI) wurde teilweise sogar zu einem Streiktag aufgerufen.
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IAA: Solidarität mit polnischen Postler*innen

Die Basisgewerkschaft ZSP-lAA ruft zu einer Prostestwoche vom 26.02.-04.03. gegen die Unterdrückung der Arbeiter*innen bei der polnischen Post (Poczta Polska) auf. Seit fast zwei Jahren protestieren im ganzen Land die Arbeiter*innen der staatlichen Behörde für bessere Arbeitsbedingungen.

Die ZSP hat dies aktiv unterstützt und versucht ein landesweites Netzwerk zu koordinieren. Gemeinsam mit hunderten anderen Arbeiter*innen haben sie gemeinsam Aktionen durchgeführt und Arbeiter*innen in die Gewerkschaft aufgenommen. Alle Arbeiter*innen haben eines gemeinsam: Sie haben die Schnauze voll von den miserabelen Arbeitsbedingungen und sind unzufrieden mit der Rolle der stellvertretenden Gewerkschaften, welche die entsprechenden Abkommen mit ihren Arbeitgeber*innen abgeschlossen haben.

Poeln: Post-Protestkundebung 2017
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Internationale Nachrichten – Januar 2018

Slowakei: Lohnraub bei „Space Mania“

Die Basisgewerkschaft Priama akcia (PA-IAA) unterstützt einen Arbeitskampf wegen vorenthaltenen Lohnes von über 200 Euro in einem Familien-Spielcafe in Senec, nahe der Hauptstadt Bratislawa. Der Chef weigert sich seit Oktober 2017 trotz mehrmaliger schriflicher Aufforderungen das Geld zu zahlen, welches er seiner ehemaligen Mitarbeiter*in Mia schuldet.
Doch trotz der Drohungen bzw. falschen Anschuldigungen des Chefs und angesichts der herbeigeholten Polizei und Rechtsanwält*innen, hat sie mit einer Freundin mehrmals vor dem Eingang für ihr Recht demonstriert und nun auch gemeinsam mit der Priama Akcia eine Kundgebung organisiert.

PA-IAA: SpaceMania 2018

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Spanien: Studientag in Albacete

Die Studierenden-Sektion der CNT-IAA Albacete organisiert am 03.02.2018 einen anarchosyndikalistischen Studientag unter dem Motto „Wozu brauchen wir Stellvertreter*innen, wenn wir Versammlungen haben?“. Damit wollen die notwendige Kritik am Parlamentarismus in der Student*innen-Bewegung verbreiten. Außerdem möchten sie den Diskurs über die Verteidigung der Vollversammlungen weiter vertiefen, aber vor allem aber verweisen sie auf das Scheitern der Führerschaft und auf die mangelnde Beteiligung der Studierenden an ihren eigenen Kämpfen hin.
Die Basisgewerkschaft hofft dabei, ein Klima der Reflexion und des gegenseitigen Lernens unter allen Menschen schaffen können. Sie setzt sich weiterhin für Selbststudium, Diskussion und Engagement ein.

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Spanien: Ein Arbeitsunfall und seine Folgen

Guillermo Arias ist einer von Tausenden Arbeiter*innen, die jedes Jahr einen Betriebsunfall erleiden. Der Arbeiter aus Huesca leidet seit Jahrzehnten an den Folgen eines schweren Sturzes auf den Kopf, welcher von der Malerfirma Lapanto vertuscht werden sollte. Er wurde nach dem Sturz im Jahr 1992 bewusstlos aus der Werksanlage gebracht, um vorzutäuschen, dass sich der Unfall woanders ereignet hätte. Infolge der Quetschungen, Brüche und eines Schädel-Hirn-Traumas musste er fast zwei Jahre lang im Krankenhaus behandelt werden.

Da der Unfallbericht vom Unternehmen gefälscht wurde und schon in der Notaufnahme versucht wurde den Vorfall herunterzuspielen, muss er bis heute nicht nur gegen die ständigen Schmerzen, sondern auch für die Offenlegung der Krankenunterlagen, sowie eine angemessene Entschädigung kämpfen. Das Unternehmen versuchte sogar das Unfallopfer wegen seines Widerstandes auf 15.000 Euro Strafe und 2 Jahre Gefängnis zu verklagen.
Erst im Oktober 2017 bekam Guillermo die medizinischen Untersuchungsergebnisse und kann nun eine entsprechende Therapie einleiten. Daher hat er nun mittels einer Petition auf change.org seinen Fall vorgestellt, um über diesen Skandal zu informieren und die Wiedereröffnung der Untersuchung durch die Arbeitsaufsicht einzufordern, was mittlerweile wohl geschehen ist. Dabei wird er unter anderem von der CNT-IAA Granada unterstützt.

Guilliermo Arias (2014)

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Brasilien: Aufruf zum Wahlboykott

Das Allgemeine Syndikat der COB-IAA in Araxá veranstaltet am 21.01. einen Vortrag mit Diskussion über Nichtwählen und anarchistischen Wahlboykott. Als Anarchosyndikalist*innen setzen sie sich statt Stellvertretung in Betrieb oder Parlament für direkte Aktionen ein. Angesichts zunehmender Ausbeutung und Repression, sowie der faschistischen Gefahr, kämpfen sie selbstbestimmt für die Würde und die Rechte der Arbeiter*innen, gegen Armut und Erwerbslosigkeit.

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Australien: Besuch aus Indonesien

Alvin Noza von der Basisgewerkschaft „Persaudaraan Pekerja Anarko Syndikalis“ (PPAS) aus Jakarta wird am 28.01. zu Besuch in Melbourne sein. Auf Einladung der lokalen ASF-IAA soll über Anarchosyndikalismus in Indonesien informiert werden. Ein Schwerpunkt der Präsentation wird der Arbeitskampf der Uber-Fahrer*innen von der Gewerkschaft KUMAN sein. Aber auch über andere Arbeitskämpfe, z.B. in der Fast-Food-Gastronomie, sowie von den Arbeiter*innen im Internationalen Container-Terminal der Hauptstadt Jakarta, soll berichtet werden.

Arbeitskampf bei Uber Jakarta 2017

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Belgien: Streik bei Deliveroo

In Brüssel und Liège haben am 13.01. über 130 Fahrer*innen der Internet-Plattform „Deliveroo“ gestreikt. Ende Oktober 2017 hatte das Unternehmen angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft „SMart“ zu beenden, die den überwiegend studentischen Fahrer*innen momentan Vertragsbedingungen als sozialversicherte Arbeitnehmer*innen, sowie anteilige Reparaturkosten bietet. Ende Januar 2018 sollen sie nun alle als Scheinselbständige weiterarbeiten und dann nicht mehr nach Arbeitszeit (mind. 3h), sondern nach Auslieferung bezahlt werden, was ein geringeres Einkommen für bedeuten würde.

Die Essenskurier*innen trafen sich an zentralen Plätzen, meldeten sich mit ihren Handys bei der Firmen-App ab und fuhren mit ihren Fahrrädern durch die Innenstädte, um Restaurants aufzusuchen, die mit der Online-Vermittlung zusammenarbeiten. Bei spontanen Kundgebungen riefen sie die Gastronom*innen zur Solidarität mit ihrem Arbeitskampf und zu einem zweiwöchigen Boykott des Bestellservice auf. Auch drohten sie damit, im Fall von Streikbruch, das Essen abzuholen und gemeinsam an Obdachlose zu verteilen. Das unabhängige „Kurier-Kollektiv“ (Collectif des coursier-e-s) hat den Protest organisiert und wurde dabei von verschiedenen Gewerkschafter*innen unterstützt. Auch aus Flandern, Mechelen, Antwerpen und Gent wird von Mobilisierungen der Deliveroo-Fahrer*innen berichtet.

#BoycottDeliveroo

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Tunesien: Landesweite Sozialproteste

Bei den Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten haben sich in der Hauptstadt Tunis auch Anarchist*innen an den Kundgebungen beteiligt, berichtet ein Aktivist. Auch soll es dort bisher rund 400 politische Gefangene nach den zahlreichen Protesten, Plünderungen und Straßenkämpfen mit der Polizei geben. Sieben Jahre nach der Revolution von 2011 in dem nordafrikanischen Land ist die wirtschaftliche und soziale Lage angesichts einer erhöhten Mehrwertsteuer und der Inflationsrate von mehr als 6% zunehmend prekär geworden.

Foto: MalekKhemiri (12.01.2018)

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New York: Proteste für kämpfende Arbeiter*innen und gegen Trump

Zur Unterstützung der rund 1.700 seit März 2017 für Rente und Krankenversorgung streikenden Arbeiter*innen beim Kabelbetreiber „Spectrum“ (Time Warner Cable) fand am 15.01. eine Kundgebung verschiedener Organisationen statt, darunter auch die lokale Workers‘ Solidarity Alliance (WSA). Der antikapitalistische Protest fand im Rahmen der Aktionstage anlässlich des ersten Jahrestags der Amtseinführung des US-Präsidenten statt, die am 20.01. mit Abschlussdemonstrationen enden sollen.

Dabei geht es nicht nur um die rechtspopulistische Herrschaft des Präsidenten und die zunehmende Repression, sondern auch um Solidarität mit kämpfenden Arbeiter*innen und verfolgten Gewerkschafter*innen, sowie mit allen Gefangenen. Vor allem gilt es, die 200 Angeklagten zu unterstützen, die noch wegen der Proteste im Januar letzten Jahres von der Staatsgewalt verfolgt werden (#DropJ20). Und zuvor ist am 18.01. auch eine anarchistische Kundgebung gegen sexualisierte Polizeigewalt geplant, da zwei Beamte der NYPD wegen einer Vergewaltigung vor Gericht stehen.

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CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

Wien: Protest gegen die rechte Regierung

Das Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (WAS) hat am 13.01.2018 gemeinsam mit politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bündnissen, NGOs und Flüchtlingsinitiativen gegen die neue schwarz-blaue Regierungskoalition aus Österreichischer Volkspartei (ÖVP) und Freiheitlicher Partei Österreichs (FPÖ) demonstriert.

Wien: Nein zu Schwarz-Blau (13.01.2018)
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IAA: Zu den Angriffen auf die CNT-AIT

Die Internationale Arbeiter*innen-Assoziation (IAA, spanisch: AIT) verurteilt auf‘s Schärfste die jüngsten Angriffe gegen ihre spanische Sektion, die CNT-AIT. Dieses Mal werden die Angriffe jedoch nicht von den Arbeitgeber*innen oder vom Staat ausgeübt, sondern von der Führungsebene der ehemaligen Sektion, welche mit rechtlichen Schikanen gegen die Konföderation vorgeht und dabei ungerechtfertigte Aggressivität gegen die IAA und ihre spanische Sektion einsetzt.

IAA - Föderation von Gleichen seit 1923
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Internationale Nachrichten – Dezember 2017

Brasilien: Für den Erhalt von Essensmarken

Die Basisgewerkschaft COB-IAA in der brailianischen Stadt Araxá setzt sich für den Erhalt der Lebensmittelgutscheine auch für krankgeschriebene Arbeiter*innen ein, die bisher gegenüber ihren Chefs einen Anspruch darauf haben. Die Kürzung dieser rechtlich gesicherten Nahrungsverorgung ist nur im Profitinteresse der Unternehmer*innen, die ihre Ausgaben einsparen wollen und sich nicht um das Wohlergehen der Belegschaft kümmern.

Während die Unternehmer*innen den Arbeiter*innen einreden wollen, dass sie „Sozialpartner*innen“ seien, stehlen sie ihnen gleichzeitig die Butter vom Brot. Da der Lohn oftmals so niedrig ist, dass er nicht ausreicht um die Miete zu zahlen oder gar ein Haus zu kaufen, streichen die Arbeitgeber*innen Tag für Tag die Gewinne aus der mühsamen Leistung der Untergebenen ein.

Um auf diese Geschäftspraktiken aufmerksam zu machen, plant die COB-IAA Araxá einen Boykotaufruf gegen solche Unternehmen, vor allem bei Supermärkten und Einzelhandel allgemein, die ihre Arbeiter*innen durch die Streichung der Lebensmittelgutscheine im Krankheitsfall zwingen sich zur Arbeit zur schleppen, auch wenn es ihre Gesundheit garnicht zulässt. Dies bedeutet nicht nur für sie selbst eine Gefahr, sondern auch für andere Menschen, beispielsweise bei der Bedienung von Maschinen und Fahrzeugen.

COB-IAA demonstriert

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Warschau: Proteste der Post-Arbeiter*innen

Am 06./07.12. haben in der polnischen Hauptstadt und anderen Orten die Arbeiter*innen der Post für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Kurz vor Beginn der Aktionen hatte das Management eine kleine Lohnerhöhung angekündigt. Die gelben Gewerkschaften, die protestierende Arbeiter*innen angreifen, da sie sie nicht kontrollieren können, feiern dies als ihren Sieg.

Die Aktionen fanden statt nachdem das Management gedroht hatte, jene Arbeiter*innen zu kündigen, die über ihre Arbeitsbedingungen im Internet reden. Die firmentreuen („gelben“) Arbeiter*innen behaupten zudem, dass sich die Proteste gegen die Post selbst richten würden und verleumnden die Basisgewerkschaft ZSP-IAA als „Außenstehende“, so als ob deren Mitglieder nicht bei der Post arbeiten würden.

In einigen Städten wurden die Kundgebungen von Arbeiter*innen an der Basis selbstorganisiert, die keiner Gewrkschaft angehören. Alle diese Drohungen und Manipulationen sollen die Solidarität zwischen den Arbeiter*innen unterlaufen und das Abkommen bestärken, das einige Gewerkschaften mit der Unternehmensführung abgeschlossen haben.

Kundgebung der Postarbeiter*innen (ZSP-IAA)

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Belgrad: Anklage nach Räumungsblockade

Anfang Dezember gab es in der serbischen Hauptstadt erneut Aktionen zur Verhinderung einer Zwangsräumung. Die Basisgewerkschaft Anarchosyndikalistische Initiative (ASi-IAA) unterstützt diese sozialen Kämpfe der Mieter*innen. Nach der Blockade eines Gerichtsvollziehers unter Polizeischutz müssen sich nun zwei Aktivist*innen vor einem Belgrader Gericht gegen die staatliche Repression verteidigen, wobei der Prozess auf Mitte Januar 2018 vertagt wurde.

Während der Anhörung haben mehrere Dutzend Mitglieder der selbstorganisierten Mieter*innen-Vereinigung Kolektivna odbrana stanara, eine Kundgebung vor dem Gericht durchgeführt und Solidarität im Kampf für den Erhalt von lebenswertem Wohnraum gezeigt.

Mieter*innen-Protest vor Belgrader Gericht

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Britannien: Mieter*innen-Gewerkschaft für besseres Wohnen

Wie bereits im November berichtet, kämpft die Mieter*innen-Gewerkschaft der Solidarity Federation in Brighton mit zwei Gruppen von Mieter*innen seit einiger Zeit gegen die Vermietungsgesellschaft „G4Lets“. Sie fordern Entschädigungen für unhygienische Wohnbedingungen, sowie die Auszahlung der gesamten Kautionen. Mittlerweile hat „G4Lets“ zugestimmt, die jeweiligen Fälle zu überprüfen, weshalb einstweilig auf weitere Protestkundgebungen vor deren Niederlassungen verzichtet wird.

Im Fall der Maklerfirma Youngs in Kemptown fordert die SF-IAA Brighton weiterhin eine Entschädigung und Reparaturen für zwei Mieter*innen. Eine der Wohnungen ist derart feucht, dass beide Kinder der Mieterin wegen des Schimmels an Asthma leiden müssen. Darüber hinaus ist eines der Schlafzimmer unbewohnbar geworden. In dem anderen Fall wurde seit 15 Jahren keine der notwendigen Reparaturen durchgeführt und dieses Schlafzimmer ist ebenfalls wegen Feuchtigkeit unbewohnbar.

Um so wichtiger ist es, dass sich Mieter*innen und Basisgewerkschafter*innen gemeinsam organisieren und mit direkten Aktionen und Solidarität den Kampf um Wohnraum gemeinsam organisieren, weshalb Mitte Dezember in Brighton ein lokales Betroffenen-Netzwerk gegründet werden soll.

Brighton Housing Union (SolFed)

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Russland: Anna und Tatjana Garasewa

- zwei Revolutionärinnen im Kampf gegen den Bolschewismus

Am 07.12.1902 wurde Anna Garasewa im russischen Ryazan geboren. Sie und ihre Schwester Tatjana wurden anarchosyndikalistische Krankenschwestern und haben sich an der Russischen Revolution beteiligt. Nach der bolschewistischen Machtübernahme waren sie weiter politisch aktiv, weshalb sie in den folgenden Jahrzehnten mehrfach inhaftiert und in Gulag-Straflager geschickt wurden.

Tatjanas Mann wurde von der Geheimpolizei totgeschlagen und sie selbst verlor einen Fuß durch Erfrierungen im Lager von Kolyma. Anna nahm später Kontakt zum Oppositionellen Alexander Solschenitzyn auf und wurde dessen offizielle Sekretärin, wobei sie Informationen über die Gulags zusammenstellte und Dokumente für ihn versteckte. Beide Schwestern waren auch noch mit über 90 Jahren aktiv…

Auf Libcom.org ist eine kurze Übersicht über das Leben der beiden wenig bekannten Frauen, die ihren Kampf für eine bessere Welt nie aufgegeben haben:
https://libcom.org/history/garaseva-anna-1902-1994-tatiana-1901-after-1997

Anna Garasewa

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CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

Wien: Gegen Auslagerung in einem IT-Konzern

Wie das Wiener Arbeiter*innen Syndikat berichtet, haben sie 2017 in einem großen IT-Konzern einen Arbeitskampf geführt, da aus der Niederlassung in österreichischen Hauptstadt aktuell immer mehr Abteilungen ausgelagert werden., um als exterme Dienstleistungen – im Gegensatz zu eigenen Mitarbeiter*innen – abgerechnet werden zu können und die Bilanzen aufzuwerten.

Dieses Outsourcing betrifft immer mehr Arbeitsplätze und die stark aufgegliederten Belegschaften sind vom Management dann einfacher zu lenken, indem sie Mitarbeiter*innen der verschiedenen Unternehmen auf diese Art besser gegeneinander ausspielen und die gewerkschaftliche Organisierung erschweren versuchen.

Wiener Arbeiter*innen-Syndikat

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IAA: Polizei und Staat als Instrumente von Klassenkampf und Unterdrückung

Man muss nicht lange suchen, um Beispiele dafür zu finden, wie die Polizei und der Staatsapparat gegen Momente des Widerstandes gegen Ausbeutung und Unterdrückung eingesetzt werden. Auf der ganzen Welt sehen wir immer wieder, wie Proteste von Arbeiter*innen von der Polizei bekämpft und die Bewegungen der Unterdrückten mit Gewalt niedergerungen werden. Die Rolle des Staates zur Aufrechterhaltung der Macht der Eliten ist schon vor Langem deutlich geworden.
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