Archiv der Kategorie 'soziale Kämpfe'

Internationale Nachrichten – Dezember 2017

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Brasilien: Für den Erhalt von Essensmarken

Die Basisgewerkschaft COB-IAA in der brailianischen Stadt Araxá setzt sich für den Erhalt der Lebensmittelgutscheine auch für krankgeschriebene Arbeiter*innen ein, die bisher gegenüber ihren Chefs einen Anspruch darauf haben. Die Kürzung dieser rechtlich gesicherten Nahrungsverorgung ist nur im Profitinteresse der Unternehmer*innen, die ihre Ausgaben einsparen wollen und sich nicht um das Wohlergehen der Belegschaft kümmern.

Während die Unternehmer*innen den Arbeiter*innen einreden wollen, dass sie „Sozialpartner*innen“ seien, stehlen sie ihnen gleichzeitig die Butter vom Brot. Da der Lohn oftmals so niedrig ist, dass er nicht ausreicht um die Miete zu zahlen oder gar ein Haus zu kaufen, streichen die Arbeitgeber*innen Tag für Tag die Gewinne aus der mühsamen Leistung der Untergebenen ein.

Um auf diese Geschäftspraktiken aufmerksam zu machen, plant die COB-IAA Araxá einen Boykotaufruf gegen solche Unternehmen, vor allem bei Supermärkten und Einzelhandel allgemein, die ihre Arbeiter*innen durch die Streichung der Lebensmittelgutscheine im Krankheitsfall zwingen sich zur Arbeit zur schleppen, auch wenn es ihre Gesundheit garnicht zulässt. Dies bedeutet nicht nur für sie selbst eine Gefahr, sondern auch für andere Menschen, beispielsweise bei der Bedienung von Maschinen und Fahrzeugen.

COB-IAA demonstriert

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Warschau: Proteste der Post-Arbeiter*innen

Am 06./07.12. haben in der polnischen Hauptstadt und anderen Orten die Arbeiter*innen der Post für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Kurz vor Beginn der Aktionen hatte das Management eine kleine Lohnerhöhung angekündigt. Die gelben Gewerkschaften, die protestierende Arbeiter*innen angreifen, da sie sie nicht kontrollieren können, feiern dies als ihren Sieg.

Die Aktionen fanden statt nachdem das Management gedroht hatte, jene Arbeiter*innen zu kündigen, die über ihre Arbeitsbedingungen im Internet reden. Die firmentreuen („gelben“) Arbeiter*innen behaupten zudem, dass sich die Proteste gegen die Post selbst richten würden und verleumnden die Basisgewerkschaft ZSP-IAA als „Außenstehende“, so als ob deren Mitglieder nicht bei der Post arbeiten würden.

In einigen Städten wurden die Kundgebungen von Arbeiter*innen an der Basis selbstorganisiert, die keiner Gewrkschaft angehören. Alle diese Drohungen und Manipulationen sollen die Solidarität zwischen den Arbeiter*innen unterlaufen und das Abkommen bestärken, das einige Gewerkschaften mit der Unternehmensführung abgeschlossen haben.

Kundgebung der Postarbeiter*innen (ZSP-IAA)

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Belgrad: Anklage nach Räumungsblockade

Anfang Dezember gab es in der serbischen Hauptstadt erneut Aktionen zur Verhinderung einer Zwangsräumung. Die Basisgewerkschaft Anarchosyndikalistische Initiative (ASi-IAA) unterstützt diese sozialen Kämpfe der Mieter*innen. Nach der Blockade eines Gerichtsvollziehers unter Polizeischutz müssen sich nun zwei Aktivist*innen vor einem Belgrader Gericht gegen die staatliche Repression verteidigen, wobei der Prozess auf Mitte Januar 2018 vertagt wurde.

Während der Anhörung haben mehrere Dutzend Mitglieder der selbstorganisierten Mieter*innen-Vereinigung Kolektivna odbrana stanara, eine Kundgebung vor dem Gericht durchgeführt und Solidarität im Kampf für den Erhalt von lebenswertem Wohnraum gezeigt.

Mieter*innen-Protest vor Belgrader Gericht

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Britannien: Mieter*innen-Gewerkschaft für besseres Wohnen

Wie bereits im November berichtet, kämpft die Mieter*innen-Gewerkschaft der Solidarity Federation in Brighton mit zwei Gruppen von Mieter*innen seit einiger Zeit gegen die Vermietungsgesellschaft „G4Lets“. Sie fordern Entschädigungen für unhygienische Wohnbedingungen, sowie die Auszahlung der gesamten Kautionen. Mittlerweile hat „G4Lets“ zugestimmt, die jeweiligen Fälle zu überprüfen, weshalb einstweilig auf weitere Protestkundgebungen vor deren Niederlassungen verzichtet wird.

Im Fall der Maklerfirma Youngs in Kemptown fordert die SF-IAA Brighton weiterhin eine Entschädigung und Reparaturen für zwei Mieter*innen. Eine der Wohnungen ist derart feucht, dass beide Kinder der Mieterin wegen des Schimmels an Asthma leiden müssen. Darüber hinaus ist eines der Schlafzimmer unbewohnbar geworden. In dem anderen Fall wurde seit 15 Jahren keine der notwendigen Reparaturen durchgeführt und dieses Schlafzimmer ist ebenfalls wegen Feuchtigkeit unbewohnbar.

Um so wichtiger ist es, dass sich Mieter*innen und Basisgewerkschafter*innen gemeinsam organisieren und mit direkten Aktionen und Solidarität den Kampf um Wohnraum gemeinsam organisieren, weshalb Mitte Dezember in Brighton ein lokales Betroffenen-Netzwerk gegründet werden soll.

Brighton Housing Union (SolFed)

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Russland: Anna und Tatjana Garasewa

- zwei Revolutionärinnen im Kampf gegen den Bolschewismus

Am 07.12.1902 wurde Anna Garasewa im russischen Ryazan geboren. Sie und ihre Schwester Tatjana wurden anarchosyndikalistische Krankenschwestern und haben sich an der Russischen Revolution beteiligt. Nach der bolschewistischen Machtübernahme waren sie weiter politisch aktiv, weshalb sie in den folgenden Jahrzehnten mehrfach inhaftiert und in Gulag-Straflager geschickt wurden.

Tatjanas Mann wurde von der Geheimpolizei totgeschlagen und sie selbst verlor einen Fuß durch Erfrierungen im Lager von Kolyma. Anna nahm später Kontakt zum Oppositionellen Alexander Solschenitzyn auf und wurde dessen offizielle Sekretärin, wobei sie Informationen über die Gulags zusammenstellte und Dokumente für ihn versteckte. Beide Schwestern waren auch noch mit über 90 Jahren aktiv…

Auf Libcom.org ist eine kurze Übersicht über das Leben der beiden wenig bekannten Frauen, die ihren Kampf für eine bessere Welt nie aufgegeben haben:
https://libcom.org/history/garaseva-anna-1902-1994-tatiana-1901-after-1997

Anna Garasewa

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CreativeCommons: BY-NC
(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

IAA: Polizei und Staat als Instrumente von Klassenkampf und Unterdrückung

Man muss nicht lange suchen, um Beispiele dafür zu finden, wie die Polizei und der Staatsapparat gegen Momente des Widerstandes gegen Ausbeutung und Unterdrückung eingesetzt werden. Auf der ganzen Welt sehen wir immer wieder, wie Proteste von Arbeiter*innen von der Polizei bekämpft und die Bewegungen der Unterdrückten mit Gewalt niedergerungen werden. Die Rolle des Staates zur Aufrechterhaltung der Macht der Eliten ist schon vor Langem deutlich geworden.
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Internationale Nachrichten – November 2017

Britannien: Basisgewerkschaft SF-IAA kämpft für Mieter*innen-Rechte

Vor dem Büro der Immobilienverwaltung „G4 Lets“ in Brighton protestierten a, 23.11. mehrere Gewerkschafter*innen der lokalen Solidarity Federation (SF-IAA) und fordeten die Rückzahlung der Kautionen von zwei Gruppen Mieter*innen. Diese mussten in unterdurchschnittlich schlechten Wohnungen (Mäusebefall, mangelhafter Brandschutz) leben und ihnen wurden bereits zuvor bestehende Schäden nach ihrem Auszug in Rechnung gestellt und abgezogen.

Protest in Brighton

Bereits Anfang November 2017 hatte die Wohnungsgewerkschaft (Housing Union) der SF-IAA gemeinsam mit den Mieter*innen eine schriftliche Forderung gestellt, auf die das Unternehmen aber nicht bereits war innerhalb der gestellten Wochenfrist zu reagieren. Daher hatten sie am 09.11. mit einer öffentlichen Kampagne gegen die unzumutbaren Mietverhältnisse bei „G4 Lets“ begonnen, um die ausstehende Zahlung von über 2000 GBP.

Dass solche direkten Aktionen von basisgewerkschaftlich organisierten Mieter*innen erfolgreich sind, zeigen auch die vorherigen Fälle, in denen die Solidarity Federation kürzlich nicht nur die komplette Rückzahlung der Kautionen, sondern auch fast 4.000 GBP Entschädigungszahlung an Mieter*innen erkämpfen konnte, die ein Jahr lang in feuchten und ungezieferverseuchten Wohnungen hausen mussten.

Britannien: „Macht dich dein Putzjob fertig?“

Eine neue Broschüre der anarchosyndikalistischen Solidarity Federation (SF-IAA) beleuchtet aus Sicht einer Reinigungsarbeiter*in die prekären Bedingungen in der Branche. Auf Grundlage von internationalen Studien wird in 28 Seiten dargestellt, wie die körperliche Beanspruchung und die Auswirkungen von chemischen Reinigungsmitteln die Gesundheit belasten. Hinzu kommen Niedriglöhne, steigende Arbeitsbelastung, fehlende Anerkennung, sexuelle Belästigung und familiäre Belastungen im Alltag von Reinigungsarbeiter*innen.

Madrid: Anarchosyndikalist*innen gegen Nationalstaaten und Klassenbündnisse

Das Allgemeine Syndikat (SOV) der CNT-IAA Madrid spricht sich angesichts der nationalistischen Staatskrise in der spanischen Region „Katalonien“ gegen jede Form von Herrschaft aus. Sie erinnern nicht nur an die Kontinuität der faschistischen Eliten nach Francos Tod, sondern auch an die Repression der katalanischen Staatsgewalt gegen soziale Bewegungen (15M, Hausbesetzungen, Streiks). Ein „Recht auf Selbstbestimmung“ könne es nur jenseits kapitalistischer Ausbeutung und politischer Stellvertretung gegen, aber nicht durch parlamentarische Stimmabgabe, Klassenbündnisse oder Neugründung staatlicher Herrschaft.

Polen: Die Proteste bei PoloMarket gehen weiter

Die Stadt Aleksandrów Lódzki ist nur einer von vielen Orten, an dem die Arbeiter*innen der Supermarkt-Kette gezwungen werden Überstunden zu leisten, ohne dass diese im Stundennachweis erfasst werden. Mehrere Arbeiter*innen haben deshalb bereits Entschädigungszahlungen erhalten und in weiteren Fällen wird noch darum gekämpt. Derweil versucht das Unternehmen die Basisgewerkschaft ZSP-IAA wegen angeblicher „Straftaten“ zu verklagen.

ZSP-IAA PoloMarket

Bulgarien: Proteste gegen Arbeitergeber*innen-Willkür und Korruption

In Sofia und Varna fanden wieder mehrere Proteste gegen die Willkür von Arbeitgeber*innen vor lokalen Behörden, sowie der Handelskammer statt. Zahlreiche Basisgwerkschafter*innen der ARS und solidarische Kolleg*innen forderten ausstehende Löhne und ein Recht auf Insolvenzantrag durch betroffene Arbeiter*innen.

ARS Bulgarien

Argentinien: Familie bestätigt Tod von Santiago Maldonado

Der „verschwinden“ gelassene Mapuche-Aktivist und Anarchist Santiago Maldonado war während einer Protestaktion festgenommen worden und nicht wieder aufgetaucht. Nach monatelangen Massenprotesten, die Informationen über seinen Verbleib einfordertetn und an das „Verschwindenlassen“ von Oppositionellen während der Militärdiktatur erinnerten, wurde Ende Oktober nun offiziell sein Leichnam „gefunden“.
Plaza de Mayo, Buenos Aires

Kurdistan: Gegen Staat und Krieg – Für Selbstverwaltung und soziale Revolution

Das Kurdischsprachige Anarchistische Forum (KAF) hat eine aktuelle Stellungnahme gegen den Angriff der irakischen Armee – und schiitischer Milizen – auf das Gebiet der Kurdischen Regionalregierung (KRG) veröffentlicht. Gleichzeitig lehnen die den Autonomieanspruch der dortigen Peshmerga-Regierung als autoritären Nationalismus ab. Klanchef Barzani will damit die Bevölkerung vom Sozialabbau und der Wirtschaftskrise ablenken.

Als Antimilitarist*innen ruft das KAF nun Genoss*innen auf der ganzen Welt zu Solidaritätserklärungen gegen den nationalistischen Bürgerkrieg im Irak auf. Sie rufen auch die Anarchist*innen arabischer, persischer, türkischer und syrischer Sprache zur Unterstützung auf im Kampf für eine antikapitalistische Selbstverwaltung ohne sexuelle oder kulturelle Ausbeutung und Unterdrückung.

Creative Commons: BY-NC (http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

Neues aus der IAA – Oktober 2017

Argentinien: Soldarität gegen Polizeiterror in Katalonien

Die Widerstandsgesellschaft aller Berufe (SROV) der FORA in Lomas de Zamora hat anlässlich des politischen Generalstreiks am 03.10. gegen die Staatsgewalt in der Region Katalonien vor der Spanischen Botschaft in Buenos Aires protestiert. Dabei wurden auf der Straße vor dem Gebäude zahlreiche Flugblätter verteilt, Transparente gezeigt und Redebeiträge mit Megaphon gehalten (siehe Video).

Sie unterstützen damit den Aufruf der Basisgewerkschaft CNT in Barcelona, die sich angesichts der massiven Unterdrückung gegen die regionalistische Unabhängigkeitsbewegung mit den zivilen Opfern von Polizeigewalt und faschistischem Straßenterror solidarisiert.

Auch die FORA-Mitglieder wenden sich gegen jede staatliche Unterdrückung und rufen zum Klassenkampf gegen die kapitalistische Ausbeutung jenseits aller Grenzen auf. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung stehen für sie die Organisation der Arbeiter*innen und gemeinsame direkte Aktionen im Vordergrund, aber nicht nationalistische Spaltung und Militarisierung.

FORA Lomas de Zamora

http://oficiosvarios-lomasdezamora.blogspot.de/

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Bulgarien: Kampagne gegen Willkür von Arbeitgeber*innen

Das Autonome Arbeiter*innen-Syndikat (ARS/APC) organisiert gemeinsam mit anderen Arbeitern aus verschiedenen Firmen und Branchen eine Kampagne gegen willkürliche Maßnahmen von Unternehmer*innen weiter.

Nach einem gemeinsamen Protest am 05.09. haben sie einige Ergebnisse erzielt, vor allem im Zusammenhang mit den Rechten von Arbeiter*innen bei der Firma Piccadilly. Aber das reicht nicht, denn die Arbeiter*innen haben das fällige Geld noch nicht erhalten.

Und die vorgeschlagenen gesetzlichen Änderungen werden nicht einmal im Parlament behandelt. Deshalb haben sie in den letzten Wochen eine neue Reihe von Veranstaltungen gestartet, um über die Fortsetzung und Ausweitung der Kampagne gegen die Arroganz der Arbeitgeber*innen zu diskutieren.

Die Arbeiter*innen und der Gewerkschaft, die an diesen Versammlungen teilgenommen haben, wollen die Kampagne vertiefen und zu radikalen Protesten, Straßensperren und anderen Aktionen übergehen.

Die Kampagne wird Beteiligung in weiteren verschiedenen Bereichen ermöglichen und diese in die allgemeine Mobilisierung einbeziehen. In mehreren Städten des Landes findet eine Koordinierung statt und die Proteste werden diese Woche fortgesetzt.

http://arsindikat.org/bg/

ARS Kampagne gegen Unternehmerwillkür

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Granada: Arbeitskampf bei 8Belts geht weiter

Vor dem Kongresszentrum der spanischen Stadt haben heute Basisgewerkschafter*innen der CNT-IAA Granada gegen die Ausbeutung in der Firma 8Belts protestiert, deren Inhaber Anxo Perez dort an einer Veranstaltung teilnahm. Die Passant*innen und Besucher*innen wurden über den Arbeitskampf informiert. Der Unternehmer wurde daran erinnert, seinen Verpflichtungen nachzukommen und auf die Forderungen der Arbeiterin* einzugehen.

CNT-IAA Granada: 8Belts

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Spanien: CNT-IAA schließt Haustarifvertrag in Kantabrien ab

Nach sechs Monaten Verhandlung hat die anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft CNT-IAA Torrelavega bei „Fincas Urbanas“ einen eigeständigen Tarifvertrag für alle Mitglieder in dem Unternehmen abgeschlossen.

Landesweit ist dies die erste Stadt, in der eine CNT-Gewerkschaft solch einen umstrittenen Haustarifvertrag aushandeln konnte. Dieser regelt nun eine Lohnerhöhung, sowie Verbesserungen bei Urlaubsanspruch und Nachtarbeit.

Da alle Mitglieder dieses hauseigene Abkommen auf ihrer Vollversammlung beschlossen hatten, sieht die lokale Gewerkschaft darin einen Weg, um die reformistische Stellvertretungspolitik einer Funktionärsbürokratie durch solche selbstbestimmten, direkten Aktion zu verhindern.

Allgemeines Syndikat Torrelavega

Quelle:
https://www.adargainfo.com

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Spanien: Kampagne gegen Arbeitsunfälle

Unter dem Motto „Aus unserem Blut schöpfen sie ihren Reichtum – Arbeitsunfälle sind Unternehmensterror!“ startet eine Kampagne gegen die gesundheitlichen Gefahren am Arbeitsplatz. Die CNT-IAA Albacete will mit Plakaten und Aufklebern die berufsbezognen Risiken von Unfällen, Verletzungen und Erkrankungen aufmerksam machen.

Vor allem das Profitinteresse der Unternehmer*innen und die zunehmende Leistungsverdichtung bei gleichzeitiger Arbeitshetze sehen sie im Zusammenhang mit der gestiegenen Zahl von Arbeitunfällen und Berufskrankheiten in dem krisengeplagten Land. Im spanischen Staat sterben über 600 Arbeiter*innen pro Jahr bei Arbeitsunfällen, weltweit handelt es sich um etwa 360.000 Tote.

CNT-IAA Albacete

Arbeitsunfälle

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Frankreich: Neue Ausgabe von „Anarchosyndicalisme!“

Die aktuellle Nr. 156 der Gewerkschaftszeitung der CNT-IAA Toulouse ist erschienen mit folgenden Themen:

- „Lächeln, sie werden gefilmt“

- „(R)Evolution(en) – die kapitalistische Ideologie und die Theorie der Verteilung“

- „Levothyrox – eine medizinischer Unfall“

- „Die Chefs befehlen, Macron führt aus“

- „Autonomie und ziviler Ungehorsam: Die selbstbestimmte Arbeitszeitverkürzung in Italien“

- „Der Schaden in Katalonien“

- „Ebru Firat: Schon 400 Tage Inhaftierung der türkischen Gefangenen“

- „S.I.A. – eine andere Form der Solidarität“

- „Medien: Ein Hurrikan von Gerüchte aus Saint-Martin“

Anarchosyndicalisme 156 (CNT-IAA Toulouse)

http://www.cntaittoulouse.lautre.net/IMG/pdf/anarchosyndicalisme___156.pdf

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CreativeCommons: BY-NC (http://anarchosyndikalsimsu.blogsport.de)

Köln: Protest gegen Wohnraumzerstörung

Vor zwei Jahren war in der Kölner Südstadt das Wohnhaus am Kartäuserwall 14 besetzt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Mieter*innen waren von der Immobilienfirma Gewerbepark Hüsten GmbH zuvor als „Verwertungshindernis“ vertrieben worden. Das Gebäude wurde schließlich nach vier Wochen polizeilich geräumt, einige der Besetzer*innen wurden angeklagt und verurteilt.

Nachdem dieser Wohnraum unter skandalösen Umständen zerstört und abgerissen wurde, ist jedoch trotz aller Investorenpläne für ein schickes City-House jahrelang nichts passiert auf der Brache. Es wird auch bezweifelt, ob überhaupt eine erforderliche Baugenehmigung für die geplante Geschosserhöhung der Neubauten und die geringen Abstandsflächen vorliegt.

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Brighton: Erfolgreiche Kampagne gegen Vermieterin

Die protestierenden Mieter*innen, die sich gemeinsam mit der anarchosyndikalistischen Solidarity Federation (SF-IAA) in Brighton gegen ihre tyrannische Vermieterin gewehrt haben, können einen Sieg vermelden. Da sie ein Jahr lang in einer feuchten, schimmeligen und verseuchten Unterkunft leben mussten, wurde ihnen nun von der Vermieterin 2.700 GBP als Entschädigung und die gesamte Kaution ausgezahlt.

MTM-Kampagne Foto: SolFed Brighton 2017

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Aktionstag „Mietenwahnsinn stoppen“ in Köln

Im Rahmen der bundesweiten, dezentralen Proteste gegen steigende Mieten, Luxussanierung und Gentrifizierung hat es auch eine Aktion in der Kölner Südstadt und im Stadtteil Zollstock gegeben. Bei der städtischen Wohungsgesellschaft GAG, vor einem Studierendenwohnhaus, sowie einer restaurierten Arbeiter*innen-Siedlung und an einer Flüchtlingsunterkunft wurde mit verschiedenen Plakaten die entsprechenden Zusammenhänge kritisiert bzw. Forderungen gestellt.

Keine Rendite mit der Miete
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Köln: Antiautoritäre Lokalgeschichte 1919-’37

Das Open-Source-Projekt „Nur die Karte“ (http://www.die-karte.org) veröffentlicht historische Karten von Köln aus der Zeit zwischen der Novemberrevolution am Ende des Ersten Weltkriegs bis zur Untergrundarbeit während des Nationalsozialismus mit eingezeichneten Orten, die im Zusammenhang zur libertären Arbeiter*innen-Bewegung standen.

Umgeworfener Müllwagen, Severinsstraße 1931

Vor allem die Mitglieder der anarchosyndikalistischen „Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD)“ stehen dabei im Mittelpunkt der Forschung, aber auch die „Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands (SAJD)“ ist vermerkt. Heute noch bekannte Wohnorte von damals aktiven Personen sind ebenso zu finden, wie überlieferte Treffpunkte und historische Ereignisse, wie Demonstrationen, Kundgebungen, Versammlungen und Streiks.
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Zum Thema Wahlen und Selbstorganisation

Die Solidarity Federation im britischen Calderdale hat eine Stellungnahme zur Wahlbeteiligung verfasst, in dem sie mit dem verbreiteten Vorwurf aufräumt, dass man sich über das Ergebnis nicht beschweren dürfe, wenn man sich vorher nicht an der Wahl beteiligt habe. Stattdessen formulieren sie es so: Wer immer nur wählen geht, darf sich danach nicht über das Ergebnis wundern.
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Hamburg: Großdemo gegen G20-Gipfel

An der Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20″ am 08.07. nahmen etwa 76.000 Menschen teil, darunter auch einige Anarchosyndikalist*innen. Dies war der gemeinsame Abschluss der antikapitalistischen Aktionstage gegen das Gipfeltreffen der herrschenen Industriestaaten.


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Neues aus der IAA – Mai 2017 (Teil 2)

Polen: Kundgebung im Arbeitskampf bei POLOmarket

Vor der Supermarktfiliale in der schlesischen Stadt Częstochowa haben gestern Arbeiter*innen der Gewerkschaft ZSP-IAA protestiert.

Sie kämpfen gemeinsam mit ehemaligen Kolleg*innen für Abfindungen und ein Ende der Schikanen durch das Unternehmen. Die Firma steht schon länger in der Kritik wegen Mängeln bei Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit.

ZSP-IAA: POLOmarket - Mai 2017

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Haiti: Textilarbeiter*innen-Streik brutal unterdrückt

Wie die US-Amerikanische Gewerkschaft WSA-IAA berichtet, fordert die seit letzter Woche andauernde Streikbewegung in den Sweatshops von Port-Au-Prince, Carrefour, Ounaminthe und Caracol eine Verdopplung des Mindestlohns von 5 Euro/Tag. Außerdem verlangen die Arbeiter*innen auch Sozialleistungen, Mahlzeiten, Transport und Mietzuschüsse. Und die Produktionsmenge dürfe nicht mit der Lohnerhöhung angehoben werden.

Auf der Karibikinsel werden derzeit für einen 12-16stündigen Arbeitstag extreme Niedriglöhne gezahlt. Die Arbeiter*innen leben daher in ständig in Hunger, Schulden und drohener Obdachlosigkeit. Sie produzieren Waren für Lieferfirmen von unter anderem Fruit of the Loom, Gap und Walmart, die damit Milliardengewinne machen.

Die Streikbewegung unter dem Motto „Operation Verschränkte Arme“ wurde von der Polizei hart zurückgeschlagen, mit Gummigeschossen und Tränengas angegriffen. Mobiltelefone, mit denen die Repression belegt werden könnte, wurden beschlagnahmt oder zerstört. Die besetzte Fabrikstraße, welche auch zum Flughafen führt, wurde praktisch zum Sperrgebiet erklärt. Doch für Montag wird zu weiteren Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen aufgerufen.

(Siehe auch http://ideasandaction.info/2017/05/haitian-garment-workers-strike/)

Haiti: Textilarbeiter*innen-Streik Mai 2017

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Russland: Proteste gegen Wohnungspolitik

Die Demonstrationen der Moskauer Mieter*innen gegen die „Renovierung“ genannte Vertreibungspolitik durch den Abriss ganzer Stadtteile werden auch unterstützt von der anarchosyndikalistischen KRSA-IAA

(Siehe auch https://www.heise.de/tp/features/Moskau-Protest-gegen-Haeuser-Abriss-3719335.html, sowie http://www.aitrus.info/node/4946)

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Britannien: Direkte Aktion setzt ausstehenden Lohn durch

Ein Video der Solidarity Federation (SF-IAA) zeigte eine Protestaktion für ausstehende Lohnzahlungen mit Unterstützung einer lokalen Kampagne (Brighton Benefits Campaign). Aber leider wurde ein blinder Aktivist von dem säumigen Restaurantbesitzer unter Polizeischutz mehrfach dreist weggeschubst.

Um so erfreulicher, dass der arrogante Chef sich letztlich zur Zahlung des Geldes bereit erklären musste und dieser Arbeitskampf damit erfolgreich war.

(Siehe auch http://www.brightonsolfed.org.uk/brighton/smiles-solidarity-and-ephesus)

SolFed: Ephesus-Arbeitskampf in Brighton

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Deliveroo-Fahrer*innen organisieren sich

In der 7. Ausgabe von „Rebel Roo“, einer unabhängigen Basisbewegung bei Gastronomie-Kurierdiensten in Britannien, wird über einen erfolgreichen „wilden Streik“ in Marseille (F) berichtet, durch den die Tageslöhne angehoben werden konnten.

Und in Brighton (GB) demonstrierten Kurierfahrer*innen gemeinsam mit anderen prekären Arbeiter*innen am Ersten Mai. Unterstützt wurden sie dabei von der anarchosyndikalistischen Solidarity Federation (SF-IAA).

(http://www.weareplanc.org/wp-content/uploads/2017/05/bulletin-7-front-back-2.pdf)

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Madrid: „Ein Kampf ohne die Frauen ist kein Kampf“

Interview von Anja Kraus mit dem Manoli Ramajo, Mitglied des Allgemeinen Syndikats der CNT Madrid (http://sovmadrid.org)

in: Graswurzelrevolution Nr. 419, Mai 2017, http://www.graswurzel.net

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Österreich: Anarchosyndikalist*innen im Buchdruckerstreik 1913/14

Das Wiener Arbeiter*innen-Syndikat hat eine Buchbesprechung veröffentlcht zu „Der Anarchosyndikalismus und der Buchdruckerstreik 1913/14 in Österreich“. Herausgegeben wurde das Werk des Autors Peter Haumer 2016 vom Institut für Anarchismusforschung.

(https://wiensyndikat.wordpress.com/2017/05/18/buchrezension-der-anarchosyndikalismus-und-der-buchdruckerstreik-191314-in-oesterreich/)

Buchdruckerstreik Österreich 1913/14

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CreativeCommons: BY-NC (http://anarchosyndikalismus.blogsport.de)

Neues aus der IAA – Mai 2017

Aktuelle Meldungen aus der InternationalenArbeiter*innen-Assoziation (IAA):

Spanien: Repression statt Lohn bei Culset

Die Gewerkschafter*innen der CNT-IAA in Albacete protestieren gegen den Frucht- und Gemüsehändler Culset. Obwohl ein Gericht bereits die Kündigung für unrechtmäßig und die Lohnforderungen bestätigt hat, versucht das Unternehmen mit rechtlichen Mitteln gegen die Gewerkschaft vorzugehen. Daher haben die Genoss*innen nun beschlossen, ihre Aktionen auch auf die wichtigsten Kund*innen von Culset auszuweiten und diese zum Boykott aufzurufen (http://cntab.blogspot.de).

CNT-IAA Albacete

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Polen: Arbeitskampf bei POLOmarket geht weiter

Die Proteste der Gewerkschaft ZSP-IAA im mehreren polnischen Stäten werden fortgesetzt, da die Arbeitsbedingungen in der Discounter-Kette immernoch nicht verbessert wurden. Die Arbeiter*innen kämpfen gemeinsam mit ehemaligen Kolleg*innen für Abfindungen und ein Ende der Schikanen durch das Unternehmen. Die Firma steht schon länger in der Kritik wegen Mängeln bei Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. Außerdem verweigert das MAnagement jegliche Verhandlungen mit der ZSP-IAA. Daher war bereits an einem landweiten Aktionstag (02.05.) vor mehreren Filialen protestiert worden (http://zsp.net.pl/polomarket-protests-take-center-stage-during-national-day-protests).

ZSP-IAA protestiert bei POLOmarket 2017

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Britannien: Erfolg im Mieterkampf (SF-IAA)

In Brighton unterstützt die Gewerkschaft Solidarity Federation einen Mieter beim Kampf um die Verbesserung der Wohnsituation. Die Stadtverwaltung als Vermieterin weigerte sich seit Jahren, dringend nötige Reparaturarbeiten an Fenstern und Dämmng durchzuführen und ließ die Räume weiter verfallen.
Nach ergebnislosem Schriftwechsel besuchte eine Gruppe Gewerkschafter*innen in einer Direkten Aktion die Verantwortlichen im Stadtrat, verteilten Flugblätter und konnten im persönlichen Gespräch erreichen, dass die Forderungen des sehbehinderten Mieters nun endlich erfüllt werden.
(http://www.brightonsolfed.org.uk/brighton/tenant-demands-repairs-after-council-neglect)

CreativeCommons (BY-NC): Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk (ASN Köln)

Prag: Internationales Treffen zu Arbeitskämpfen

Bericht der Priama akcia (PA-IAA) über ein internationales Treffen von Gruppen, die an Arbeitskämpfen beteiligt sind:

Am Samstag, 18. März 2017, haben sich anarchosyndikalistische Gruppen im autonomen Zentrum Klinika in der tschechischen Hauptstadt Prag vorgestellt. Die Veranstaltung wurde organisiert von dem Prager Solidaritätsnetzwerk Solis.

Internationale Konferenz zu Arbeitskämpfen (Prag 2017)

Die Redner*innen kamen von Solis, dem litauischen Solidaritätsnetzwerk „Gyvenimas per brangus“ (GPB) („Das Leben ist zu teuer“) und dem tschechischen Solidaritätsnetzwerk „Chceme bydlet!“ (Wir wollen Wohnraum“), sowie von zwei Sektionen der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (ZSP und PA). Hierbei möchten wir Solis für die Einladung und Durchführung der Veranstaltung danken. Hier sind einige unserer Beobachtungen:

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Neues aus der IAA – Februar 2017

Brighton: Urlaubsgeld erkämpft

Eine Gastrononomie-Arbeiterin der Solidarity Federation bekommt 600 GBP ausgezahlt nachdem sie Urlaubsgeld für sich und ihre Kolleg/innen gefordert hatte. Der Arbeitgeber war nur unter Androhung von öffentlichen Protestaktionen zur Erfüllung dieser Rechtsansprüche bereit. Angesichts der unsicheren Arbeitsbedingungen mit Null-Stunden-Verträgen besteht jedoch noch viel Handlungsbedarf in der Branche. (http://www.brightonsolfed.org.uk)

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Lissabon: Gemeinsam gegen prekäre Arbeit

An der Kunsthochschule „António Arroio“ haben sich Studierende und Hilfskräfte zu einem Arbeitskampf gegen prekäre Bedingungen vereinigt. Sie protestieren u.a. gegen Niedriglöhne von höchstens 240 Euro/Monat. Unterstützt werden sie auch von der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft AIT-SP (http://ait-sp.blogspot.de/) und dem Anarchistischen Studierenden-Kollektiv CEL (http://cel-lisboa.tumblr.com>.

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Madrid: Arbeitskampf bei Carrefour

Vor dem Supermarkt im Madrider Stadtteil Lavapies fand Ende letzter Woche eine Protestkundgebung der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft CNT-IAA statt. Das Allgemeine Syndikat in der spanischen Hauptstadt kämpft für die Wiedereinstellung der gekündigten Kollegin und für die Erfüllung verschiedener Forderungen. (http://elmilicianocnt-aitchiclana.blogspot.com)

Foto: CNT-IAA Madrid: Protest bei Carrefour

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Warschau: Kundgebung beim Cafe Miau

Die polnische Basisgewerkschaft ZSP-IAA protestierte Ende Januar gegen die Geschäftspraktiken in einem Katzencafe, das Arbeiter/innen ohne Vertrag beschäftigt. Es mangelt daher an Sozialabgaben, Urlaubs- und Krankengeld, aber dafür müssen sie Überstunden leisten. Die Besitzerin und einige Männer riefen die Polizei und bedrohten die Protestkundgebung, aber niemand ließ sich auf die aggressiven Provokationen ein. (http://zsp.net.pl, https://www.youtube.com/watch?v=TVEvmMX6S5A)

Foto: ZSP-IAA Warschau vor Katzenkafe

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Russland: Soziale Proteste gegen autoritären Kapitalismus

KRAS-Mitglied Vadim Damier berichtet in seinem Artikel „Die Illusion des „Volkskapitalismus“ berichtet über den autoritären Neoliberalismus und die sozialen Proteste unter der Regierung Putin (in: Graswurzelrevolution, Nr. 416/Feb.2017, http://www.linksnet.de)

Kontakte zu den Mitgliedsorganisationen der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA):
http://iwa-ait.org/content/addresses

CreativeCommons: BY-NC (anarchosyndikalismus.blogsport.de)

Britische Bahnarbeiter*innen im Streik

Die Solidarity Federation (SF-IAA) aus Brighton solidarisiert sich ein einer Erklärung mit dem aktuellen Streik bei bei der Eisenbahn. Mit Teilnahme an Streikposten und der Organisierung eines Solidaritätskonzertes hat die britische Basisgewerkschaft den Arbeitskampf der Zugbegleiter*innen und Lokführer*innen praktisch unterstützt – jenseits von Branchen- und Organisationszugehörigkeit.

Britische Eisenbahner*innen im Streik

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