Archiv Seite 2

IAA: Erklärung des 26. Kongresses

Vom 02.-04. Dezember 2016 fand in Warschau (Polen) ein gut besuchter Kongress der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation statt. Dort wurde beschlossen, die Ziele, Taktiken und Prinzipien der IAA erneut zu bestätigen und die Internationale verbindlich zu stärken und zu erweitern.

Der Kongress stimmte der Gründung eines Organisierungstrainings am Arbeitsplatz und für Betriebsgruppen zu. Es wurde auch beschlossen weltweit Veranstaltungen durchzuführen, um die Verbreitung unserer Ideen zu fördern und Arbeiter/innen zu ermutigen, sich uns anzuschließen.

Kleines Gruppenfoto vom IAA-Kongress

(mehr…)

Internationale Solidarität mit PPAS

Letzte Woche wurden Genoss*innen der anarchosyndikalistischen Initiative „Persaudaraan Pekerja Anarko-Sindikalis“ PPAS in Indonesien auf einer Demonstration von der Polizei verprügelt und einige festgenommen. Mittlerweile wurden sie wieder freigelassen.

Der 26. Kongress der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation, der am Wochenende in Warschau (Polen) stattfand, hat auch kurz über diese Ereignisse gesprochen und sich gegen staatliche Repression ausgesprochen.

Solidaritätsplakat für PPAS

Wozu brauchen wir eine dritte Internationale?

Seit vor einigen Monaten die Abspaltung von der IAA [Anm. 1] angekündigt wurde, hat es zahlreiche Kommentare und Spekuationen gegeben, in welche Richtung einige Organisationen künftig gehen werden. Kürzlich konnten wir Kommentare lesen von jenen, die eine Einbindung verschiedener syndikalistischer Organisationen befürworten. Darunter waren auch die persönlichen Meinungen einzelner spanischer CNT-Mitglieder, die sich darüber beklagten, dass es in dem Land jemals eine Spaltung der syndikalistischen Bewegung gab. Jedoch kamen mit diesen Fragen angesichts des bevorstehenden internationalen Treffens der „Red and Black Coordination“ (RBC) [Anm. 2] immer weiter neue Fragen auf:

Wozu brauchen wir eine dritte internationale Initiative?
Warum auf der Gründung einer parallelen IAA bestehen, wenn man doch der bestehenden Koordination beitreten könnte?
Und wie wird die Koordination auf die Einladung einiger ihrer Mitglieder zur Gründung einer anderen reagieren?

Zur Verteidigung der IAA - Föderation von Gleichen - seit 1922

(mehr…)

Solidarity Federation: Nach Probearbeit Lohn durchgesetzt

Eine Geschichte über die alltägliche Macht eines Soldiaritätsnetzwerks

„Ich habe eine Probeschicht in der Kneipe Ginger Dog gearbeitet. Mir wurde gesagt, dass die „ein paar Stunden“ dauern würde. Nach drei Stunden Arbeit sagte man mir, ich würde das gut machen und den Job bekommen. Nach meiner Erfahrung sagen die Chefs in der Gastronomie sowas, weil sie sie die Leute so dazu bringen noch länger kostenlos zu arbeiten.

SolFed Brighton - Hospitality Sector

(mehr…)

Kuba: Tod eines Diktators

Anlässlich des Todes von Fidel Castro dokumentieren wir folgenden Artikel:

„50 Jahre Fidelismus“

Am 01. Januar 2009 war der 50. Jahrestag der Flucht des Diktators Fulgenico Batista von der karibischen Insel Kuba. Das war der Beginn von dem, was heute allgemein als kommunistisches Regime unter der Leitung von Fidel Castro bezeichnet wird. Heutzutage wurden die Zügel natürlich an Raúl weitergeben, den jüngeren Bruder von Fidel. Aber die sozialistische Rhetorik hat in den 50 Jahren, die dazwischen liegen, nicht nachgelassen.

Viel ist gesagt worden über die Verfolgung von politischen Dissident/innen, Homosexuellen und anderen Nicht-Angepassten durch die Castro-Dynastie. Und viele Leser/innen werden verwundert sein, wie fehlerhaft das oft zitierte „sozialistische Paradies“ Castos in der Presseberichterstattung zu den Jubiläumsfeiern des Regimes erscheint.

null

(mehr…)

Polen: Post-Proteste (ZSP-IAA)

Die Arbeiter*innen der anarchosyndikalistischen ZSP-IAA bei der polnischen Post organisieren sich seit Monaten gemeinsam mit anderen Kolleg*innen außerhalb der angepassten Gewerkschaften.

Einige Proteste haben bereits in mehreren Städten stattgefunden, darunter Streikkundgebungen, Krankmelde-Streiks, Bummelstreiks, Transparent-Aktionen und andere direkte Aktionen am Arbeitsplatz.

Protestdemo

Das Netzwerk MailCarrier und besonders die Organisationen in Czestochowa, Poznan und Gdansk haben nun Forderungen an die Post gestellt. Sie erwarten unter anderem Lohnerhöhungen statt Personalabbau. Auch der skandalöse Postdirektor in Warschau soll verschwinden, der sich mit Repressionen gegen Streikaktivist*innen unbeliebt gemacht hat.

Die ZSP-IAA, die in einigen Städten auch Mitglieder bei der Post hat, unterstützt die Forderungen des Netzwerks MailCarrier und setzt sich ebenfalls für eine Entlassung des Direktors ein, der Arbeiter*innen bespitzelt und bedroht. Die ZSP Warschau bereitet daher jetzt entsprechende Aktionen vor…

Quelle: http://allgemeinessyndikatkoeln.blogsport.de (CC: BY-SA)

Spanien: Massenproteste bei Bildungsstreik

Rund 200.000 Schüler*innen, Studierende, Lehrer*innen und Eltern haben am 28.10. in etwa 70 spanischen Städten ihre Tätigkeit niedergelegt und gegen die zunehmende Privatisierung des Bildungssystems und die Wiedereinführung des Zwischenprüfungssystems aus der Zeit der Franco-Diktatur protestiert. Auf Großdemonstrationen in Madrid, Barceloa, Granada und Bilbao, aber auch in kleineren Städten, versammlten sie sich massenhaft und zogen lautstark durch die Straßen.

Aufgerufen hatte die Studierenden-Gewerkschaft Sindicto de Estudiantes. Aber auch Gewerkschaften, wie die anarchosyndikalistische CNT-IAA, beteiligten sich an dem Streiktag. In Córdoba wurden zwei Demonstrant*innen durch Polizeiangriffe verletzt.

Quelle: http://kaosenlared.net

(mehr…)

Australien: Arbeitskampf bei NSC gewonnen

Die australische Sektion der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation, die Anarcho-Syndicalist Federation (ASF-IAA) freut sich mitteilen zu können, dass ihr Mitglied Shawn den Arbeitskampf mit dem Musikclub „Northcote Social Club“ (NSC) gewonnen hat.

Am 18. Oktober hat der Arbeitgeber während einer Besprechung bei der arbeitsgrichtlichen Schlichtungsstelle „Fair Work Australia“ endlich Zugeständnisse gemacht und zugestimmt, Shawn für seine ungerechtfertigte Kündigung zu entschädigen. Obwohl der Genosse keine weiteren Details dieses Gesprächs oder die getroffene Vereinbarung veröffentlichen darf, kann die ASF feststellen, dass er sehr zufrieden mit dem Ergebnis ist.

Anarcho-Syndicalist Federation (ASF-IWA)

(mehr…)

IAA: Missverständnisse über Spaltungskonferenz

Wir haben erfahren, dass verschiedene Organisationen eingeladen wurden an einer Konferenz zum angeblichen „Wiederaufbau der IAA“ teilzunehmen, die im November in Spanien stattfinden soll. Angesichts der Tatsache, dass das einige Verwirrung über den Charakter dieser Konferenz ausgelöst hat, möchten wir einige Punkte klären:

Der Kongress der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) wird Anfang Dezember in Polen stattfinden. Dieser Kongress – und allein dieser – ist der Ort, an dem Entscheidungen über die an die Assoziation gestellten Anträge von allen Mitgliedssektionen getroffen werden können.

Die in Spanien geplante Konferenz, zu der einige Organisationen eingeladen wurden, wird nicht von der IAA organisiert, auch wenn sie behauptet eine „Konferenz zur Vorbereitung der IAA-Neugründung“ zu sein. Diese Initiative ist daher eine Abspaltung, zu der außenstehende Organisationen eingeladen wurden, um über die Zukunft einer Föderation zu entscheiden, der sie nicht angehören. Sie wird entgegen den Statuten, Vereinbarungen und Prinzipien eben jener Föderation abgehalten, deren Neugründung sie behauptet – und es ist ihr Ziel, ein Dutzend Mitgliedssektionen von diesem Vorgang auszuschließen.

Internationale Arbeiter*innen-Assoziation (Logo)

(mehr…)

Hundertausende protestieren gegen TTIP+CETA

Mit sieben dezentralen Großdemonstrationen hat am 17.09.2016 ein bürgerliches Bündnis aus Sozial- und Umweltorgansiationen, sowie Gewerkschaften gegen den geplanten Abschluss von Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Canada und den USA protestiert. Sie befürchten eine Verschlechterung der erkämpften Arbeits- und Verbraucher*innen-Rechte, einen Abbau von demokratischer Mitbestimmung und Datenschutz, sowie intransparente Machtausübung durch Großkonzerne, Lobbyismus und Korruption.

Dagegen gingen bundesweit über 300.000 Menschen auf die Straßen, um die Unterzeichnung von CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) und TTIP (Transatlantic Trade und Investment Partnership) noch zu verhindern. Allein in Köln versammelten sich etwa 50.000 Leute an der Deutzer Werft und zogen stundenlang durch die Innenstadt.

Auch etwa 100 Anarchist*innen und Anarchosyndikalist*innen beteiligten sich an dem Aktionstag in Köln mit einem eigenen Block. Allerdings forderten sie keine parlamentarische Kontrolle für einen „gerechten“ Welthandel, sondern setzten deutlich antikapitalistische und antinationale Akzente.

(mehr…)

Serbien: Staatliche Repression geht weiter (ASI-IAA)

Das Gerichtsverfahren gegen die Gruppe, denen vorgeworfen wurden die Griechische Botschaft in Belgrad angegriffen zu haben, geht nun bereits seit sieben Jahren. Am 25. Juli 2016 wurde ein neues Kapitel in diesem grotesken Prozess eröffnet als der Richter Goran Ramic ein neues Urteil verkündete, in dem er vier der Angeklagten verurteilte und einen freisprach.

Freiheit für die Belgrader Sechs (ASI-IAA)
(mehr…)

Polen: Gewerkschaft erkämpft bessere Arbeitsbedingungen in veganem Restaurant (ZSP-IAA)

Ende März hatte die ZSP in Wroclaw Protestaktionen gegen ein veganes Restaurant in der Stadt organisiert. Arbeiter*innen hatten darauf aufmerksam gemacht, dass es mehrere Verstöße gegen ihre Rechte gab: Arbeiten ohne oder mit falschem Vertrag, unbezahlte Überstunden, fehlende Sozialversicherung und zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsschutzvorschriften.

Die Gewerkschaft sprach den Besitzer des Restaurants an, der aus der „alternativen Szene“ stammt, aber er reagierte darauf sehr arrogant und aggressiv. Daher begann die ZSP mit der Veröffentlichung von Informationen über diese Probleme und organisierte Protestkundgebungen vor dem Laden. Der Besitzer begann die Kundgebung zu bedrohen und machte auch Filmaufnahmen. Daraufhin wurde eine Liste mit den Problemen und Forderungen veröffentlicht.

ZSP picket

(mehr…)

Anarchismus und Syndikalismus – das Vorbild CNT und ihr Dilemma

Ein Philosoph hat einmal gesagt, das derjenige, der aus der Geschichte nichts lernt, dazu verurteilt ist, ihre Fehler zu wiederholen. Das Problem besteht bloß darin, zu schauen was in Vergangenheit nicht richtig oder nicht gut gemacht worden ist. Das kann es ermöglichen in der Gegenwart und in Zukunft Fehler zu vermeiden. […]
Doch wenn ich in die Geschichte der anarchosyndikalistischen Bewegung in Spanien zurückblicke, sehe ich nicht nur brilliante Siege und die Große Revolution, sondern auch bestimmte interne Probleme. Und diese Probleme bleiben durch die gesamte Geschichte der heldenhaften „Nationalen Konföderation der Arbeit“ (CNT) die gleichen:

Die Versuche der bolschewistischen Übernahme zu Beginn der 1920er, die andauernden Diskussionen über Teilnahme an der Politik, die Zusammenarbeit der führenden Gruppe um Pestaña und Peirò mit oppositionellen Politiker/innen im Kampf gegen die Diktatur von Primo de Rivera, der Treintismus [1], die Weigerung im Juli 1936 das auf dem Kongress von Zaragoza angenommene „Konföderale Konzept des libertären Kommunismus“ in die Tat umzusetzen, der Ministerialismus im Bürgerkrieg, die gemeinsame Front der „internen“ Fraktion mit den autoritären Parteien im Kampf gegen Franco in den 1940er und 1950er Jahren, der „Cincopuntismus“ [2], die massive Unterwanderung durch Reformist/innen und letztlich die zur Gründung der spanischen CGT [3] führenden Abspaltungen, sowie nun die aktuellen Probleme mit den „Heterodoxen“ [4] und die Versuche ihre aktivsten Kritiker/innen aus der Konföderation auszuschließen…
(mehr…)

CNT Levante: Antwort auf die gelbe CNT bezüglich der IAA

„Wir möchten diese Erklärung beginnen mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass die Gewerkschaften in Alcoy, Elda, La Marina Alta, La Plana, La Safor und Sagunto, welche die Regionalföderation Levante der CNT-IAA bilden, letztes Jahr aus der Konföderation ausgeschlossen wurden durch die gelbe [d.h. arbeitgeberfreundliche] CNT, die wir „reine CNT“ – ohne IAA – nennen. In dem Prozess des Rauswerfens wurde gegen die Statuten der CNT weitaus schwerer verstoßen als im Vergleich zu den angeblichen Verstößen, welche als theoretische Begründung für unseren Ausschluss aus der Konföderation angeführt wurden. In diesem Text werden wir jedoch nicht die ungerechte und ungerechtfertigte „Entföderierung“ untersuchen, die wir erfahren mussten. Wir möchten lediglich hervorheben, dass zum Zeitpunkt der „Entföderierung“ unsere Region beschlossen hatte keine öffentliche Stellungnahme abzugeben.

Jedoch können wir nicht stumm bleiben und wegsehen angesichts der aktuellen Erklärung, die die CNT auf ihrer offiziellen Webseite unter dem zynischen Titel „Zur Verteidigung der IAA“ veröffentlicht hat [http://cnt.es/node/11024]. Denn diese Stellungnahme beleidigt, verleumndet und greift die Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) öffentlich an, der wir moralisch immer angehört haben und immernoch angehören. Wir möchten auf diese Erklärung antworten, welche nicht nur die Mitglieder der IAA angreift, sondern den Anarchosyndikalismus im Allgemeinen, denn die heutige CNT ist traurigerweise nicht länger anarchosyndikalistisch.
(mehr…)

„Keine Herrschaft, keine Autorität“ (IAA)

„Keine Herrschaft, keine Autorität – am Ersten Mai kämpfen wir für mehr

Am Ersten Mai bekommen die Arbeiter*innen überall traditionell beste Grüße im Kampf von anderen Organisationen auf der ganzen Welt geschickt. Viele von ihnen erinnern an den Kampf für den 8-Stunden-Tag, die zu den tragischen Ereignissen [in Chicago] des Jahres 1886 führten. An diesem Ersten Mai möchte das Sekretariat der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) jedoch außer den revolutionären Grüßen auch einige Worte darüber verlieren, wofür die Leute, die nach dem Haymarket-Massaker ihr Leben ließen, sonst noch gekämpft hatten.


(mehr…)